Deutschland-Lese

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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Mundarten in Deutschland

Mundarten in Deutschland

Hans Leiner

Die Zahl der in Deutschland gesprochenen Dialekte bzw. Mundarten ist groß. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das Land in seiner Geschichte von unterschiedlichen germanischen und slawischen Stämmen besiedelt wurde und bis ins 19. Jahrhundert auch politisch stark zergliedert war. Wenn jemand in seiner Mundart spricht, wird dies häufig als „platt-deutsch" bezeichnet. Damit soll nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass es sich um eine besonders niedrige Sprachstufe handelt. Vielmehr bedeutet das aus dem Niederfränkischen stammende Wort platt: deutlich bzw. verständlich. Es handelt sich also um die Sprache, die vor Ort jeder versteht. Da Dialekte meist mit besonderer Tonlage oder Akzent gesprochen werden, wird ihre Eigenheit noch zusätzlich verstärkt. Zwischen einem Mundart sprechenden Saarlouiser "Lu mo lo leida - Guck mal da liegt er"), einem Hamburger („Watt mutt datt mutt - was sein muss, muss sein") oder einem Bayern („Mia san mia - wir sind wir, d. h. etwas besonderes") kann es daher durchaus Verständigungsprobleme geben.

Das heutige Hochdeutsch war in seinen Ursprüngen auch ein regionaler Dialekt. Es ist gewachsen aus dem Ostmitteldeutschen, der Muttersprache Luthers. Er verwendete es für seine Bibelübersetzung und weiteren Schriften, ergänzte es mit oberdeutschen Wörtern und war, immer in dem Bemühen, von vielen Lesern verstanden zu werden, auch sprachschöpferisch tätig. Ihre weite Verbreitung sorgte dafür, dass sich aus Luthers Texten die Sprache der Gelehrten, Prediger, Dichter und Gebildeten und schließlich die deutsche Hoch- oder Standardsprache entwickelte.

Daneben hielten sich die verschiedenen Mundarten, die in der mobilen Gesellschaft zwar an Bedeutung verloren haben, für viele Deutsche aber nicht unwesentlich zur persönlichen Identifikation und Heimatverbundenheit beitragen.

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