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Karlheinz Fingerhut
Kennst du Franz Kafka?

Was für ein komischer Kauz muss dieser Kafka wohl gewesen sein, dass kaum ein Lehrer so recht weiß, wie ihn vermitteln. Dabei ließen sich Kafkas Texte mit Träumen vergleichen, und die kennt doch jeder.
Karlheinz Fingerhut ermöglicht in diesem Buch einen leichteren Zugang zum Menschen Kafka und zu seinen teils verwirrenden Werken.

Winter und Sommer

Winter und Sommer

Ludwig Uhland

Keine anderen Jahreszeiten stehen so stark im Kontrast zueinander wie Winter und Sommer. Ist der Winter doch zum Teil unbarmherzig kalt und wird als verbitterter alter Mann dargestellt, so bietet der Sommer eine wohlige Wärme und wird in Gestalt einer wunderhübschen jungen Dame dargestellt. Der Vergleich zwischen den zwei Jahreszeiten wird auch in dem vorliegenden Lied gezogen. Die ersten beiden Strophen charakterisieren den „schlimmen“ Winter in Moll-Tonart, die dritte und vierte Strophe lassen den „schöne(n)“ Sommer in Dur erblühen. Doch wo bleiben da die positiven Aspekte des Winters und die negativen Eigenschaften des Sommers?, fragt sich der Leser/Sänger. Natürlich stellt das Stück eine relativ einseitige Perspektive auf Winter und Sommer dar. Denn die Winterfreuden des Schlittenfahrens, der Winterspaziergänge, des Schlittschuhfahrens, des Schneemannbauens und der Beobachtung der verschneiten Natur lassen sich ebenso wenig vernachlässigen wie die starken Dürreperioden und die zum Teil große Hitze des Sommers. Doch als kleiner Ausblick auf und eine Sehnsucht nach den warmen Tagen, als Hoffnungsschimmer nach einem langen und harten Winter, in welchem in vormaligen Zeiten auch das Nahrungsangebot knapp werden konnte, lässt sich das Stück besser verstehen.

Carolin Eberhardt

Melodie anhören:

1. Strophe

O Winter, schlimmer Winter,

wie ist die Welt so klein!

Du drängst uns All' in die Täler,

du drängst uns All' in die Täler,

in die engen Hütten hinein,

in die eingen Hütten hinein.


2. Strophe

O Winter schlimmer Winter,

du bist auch gar so hart;

hast hinter Schloss mir und Riegel,

hast hinter Schloss mir und Riegel

für so lang die Blume verwahrt.

mir die Blume verwahrt.


3.Strophe

O Sommer, schöner Sommer,

wie wird die Welt so weit!

Je höher ma steigt auf die Berge,

je weiter sie sich verbreit't,

je höher man steigt auf die Berge,

je weiter sie sich verbreit't.


4. Strophe

O Sommer, schöner Sommer,

du milder Lebenshauch;

du spendest uns wiederum Alles,

und eine Rose mir auch,

du spendet uns wiederum Alles

und eine Rose mir auch.



*****

Vorschaubild: Alte Malerei der Jahreszeiten, 2015, Urheber: makamuki0 via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Notensatz: Carolin Eberhardt.

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