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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Der Winter ist ein rechter Mann

Der Winter ist ein rechter Mann

Matthias Claudius

Das deutsche Volkslied, welches von Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) komponiert und von Matthias Claudius (1740-1815) gedichtet wurde, personifiziert den Winter als einen harten und unbeugsamen Gesellen, der keine Gnade kennt. Trotz des melancholischen Inhaltes ist es Komponist und Dichter gelungen, ein freudig lustiges Stück zu schaffen, dass die Entbehrungen des Winters erträglicher macht.

Carolin Eberhardt

1. Der Winter ist ein rechter Mann,

kernfest und auf die Dauer,

sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an

und scheut nicht süß noch sauer.


2. Er zieht sein Hemd im Freien an

und lässt's vorher nicht wärmen

und spottet über Fluss im Zahn

und Grimmen in Gedärmen.


3. Aus Blumen aus Vogelsang

weiß er sich nichts zu machen,

hasst warmen Trank und warmen Klang

und alle warmen Sachen.


4. Doch wenn die Füchse bellen sehr,

wenn's Holz im Ofen knittert,

und um den Ofen Knecht und Herr

die Hände reibt und zittert.


5. Wenn Stein und Bein von Frost zerbricht

Und Teich und Seen krachen;

Das klingt ihm gut, das hasst er nicht,

dann will er tot sich lachen.


6. Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus

Beim Nordpol an dem Strande,

doch hat er auch ein Sommerhaus

im lieben Schweizerlande.


7. Da ist der denn bald dort, bald hier,

gut Regiment zu führen,

und wenn er durchzieht, stehen wir

und seh’n ihn an und frieren

*****

Bildquelle:

Vorschaubild: Neuschneelandschaft bei Durnholz im Sarntal, 2008, Urheber: Gerry1976 via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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