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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meisetr und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel

Der „schwarze Walfisch“ ist ein Studentenlied. Es gehört in die Kategorie der Spottlieder. Sein Autor, Viktor Scheffel (1826 – 1886) ist bekannt für seine eingängigen, oft aber auch ironischen Texte („Als die Römer frech geworden …“, „Auf des Berges höchstem Zack …“). Er überträgt im „Walfisch“ Erlebnisse aus seinem Studentenleben in frühgeschichtliche Zeiten nach dem Motto: „Alles schon mal da gewesen“. Askalon ist eine Stadt im heutigen Israel. Zur Zeit des Alten Testaments war sie eine der 5 Hauptstädte der Philister. Die Anmerkung in der letzten Strophe, dass vor Ort kein Prophet geehrt würde, bezieht sich wohl auf die Geschichte vom alttestamentarischen Propheten Jonas, der von einem großen Fisch (Wal?) verschluckt und später wieder ausgespuckt wurde. So etwas liest und singt sich vergnüglich.

Florian Russi

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Im schwarzen Walfisch zu Askalon

1. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da trank ein Mann drei Tag',
|: bis dass er steif wie ein Besenstiel
am Marmortische lag. :|

2. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da sprach der Wirt: "Halt an!
|: Der trinkt von meinem Dattelsaft
mehr als er zahlen kann." :|

3. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da bracht' der Kellner Schar
|: in Keilschrift auf sechs Ziegelstein'
dem Gast die Rechnung dar. :|

4. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da sprach der Gast: "O weh!
|: Mein bares Geld ging alles drauf
im Lamm zu Niniveh!" :|

5. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da schlug die Uhr halb vier,
|: da warf der Hausknecht aus Nubierland
den Fremden vor die Tür. :|

6. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da schlug die Uhr halb neun,
|: da kam der rausgeschmiss'ne Gast
zur Hintertür herein. :|

7. Strophe
Im Schwarzen Walfisch zu Askalon,
da trank er wacker fort,
|: und wenn er nicht gestorben wär',
tränk' er noch immer dort. :|

8. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon
wird kein Prophet geehrt,
|: und wer vergnügt dort leben will,
zahlt bar, was er verzehrt. :|

Noten gesetzt von Oliver Räumelt - freischaffender Musiker aus Weimar

*****
Teaserfoto: wikimedia - gemeinfrei; Hortus Deliciarum, Der Prophet Jonas wird vom Fisch bei Ninive ausgespien
; Urheber: Herrad von Hohenburg (1125-1195)

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