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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Die Lindenwirtin

Die Lindenwirtin

Rudolf Baumbach

Text (1876): Rudolf Baumbach
Melodie (1878): Franz Abt

Die „Lindenwirtin" ist einer der bekanntesten Liedtexte des 1840 in Kranichfeld (Thüringen) geborenen Dichters Rudolf Baumbach. Baumbach hatte in Leipzig, Würzburg und Heidelberg studiert. Wer das Vorbild für seine Lindenwirtin war, hat er nicht mitgeteilt. Bald nachdem der Text vertont war, fiel er der Bad Godesberger Wirtstochter Aennchen Schumacher (1860 - 1935) in die Hände. Sie sammelte Kommers- und Studentenlieder und spielte sie abends am Klavier ihren Gästen vor.

Bad Godesberg, heute ein Stadtteil von Bonn, war damals noch eine selbständige Gemeinde. Die Gaststätte der Familie Schumacher hieß „Gasthof zum Godesberg" und lag vor dem Ortseingang, unterhalb der Godesburg. Von der Bonner Universität führte ein beliebter Wanderweg direkt zu diesem Lokal. Die Besucher, an vielen Abenden mehr als 500 an der Zahl, waren Studenten aller Couleurs und deren Dozenten. Zwei dieser Dozenten, Professor Tache und Dr. Dafert, erweiterten die sechs Strophen des Baumbach-Liedes um eine siebte, in der Aennchen Schumacher zur Lindenwirtin erklärt wird:

Wißt ihr, wer die Wirtin war.
Schwarz das Auge, schwarz das Haar?
Ännchen war´s, die Feine.
Wißt ihr, wo die Linde stand,
Jedem Burschen wohlbekannt?
|: Zu Godesberg am Rheine. :|

Aennchen, die das ursprünglich nicht wollte, fügte sich und nannte ihre Gaststätte im Jahr 1891 in „Zur Lindenwirtin" um. Das Lied und die Wirtin gelangten bald zur Berühmtheit. Das inzwischen restaurierte Gasthaus „Zur Lindenwirtin Aennchen" in Bad Godesberg wird von vielen, auch ausländischen, Gästen aufgesucht.

Dichterich ambitionierte Studierende ergänzten den Text der „Lindenwirtin" um sog. Fakultätsstrophen, in denen es beispielsweise heißt:

Ein Student der Bergbaukunde
Kam auf seiner Wanderrunde
Unter die blühende Linde.
Kaum saß er der Wirtin auf dem Schoß
Gingen die Schlagenden Wetter los.
|: Unter der blühenden Linde :|

Florian Russi

 

 

*****

Vorschaubild von Rita Dadder unter Verwendung eines Fotos vom Gasthof „Zur Lindenwirtin Aennchen" in Bonn-Bad Godesberg, Fotograf: Sir James, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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