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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Wach auf, meins Herzens Schöne

Wach auf, meins Herzens Schöne

Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Taglied, welches in seiner Textform von dem vorliegenden Liebeslied abweicht, fand seine Verwendung ursprünglich als Gottesdienstlied. In seiner Urfassung lässt es sich auf den Autor Hans Sachs (1494-1576) zurückverfolgen.

Das romantische und poetische Liebeslied wird in seiner Melodie unter anderem dem bekannten deutschen Komponisten Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) zugeschrieben. Der Dichter des uns heute bekannten Textes ist anonym. Das Erscheinungsjahr wird auf 1547 datiert.

Das Stück erfuhr im Laufe der Jahrhunderte einige Variationen. So auch durch den populären deutschen Komponisten Johannes Brahms (1833-1897).

Carolin Eberhardt

1. Strophe

Wach auf, meins Herzens Schöne,

Herzallerliebste mein.

Ich hör ein süß Getöne

von kleinen Waldvöglein.

Die hör ich so lieblich singen,

ich mein, ich säh des Tages Schein,

vom Orient her dringen.


2. Strophe

Ich hör die Hahnen krähen

und spür den Tag dabei;

die kühlen Windlein wehen,

die Sternlein leuchten frei.

Singt uns Frau Nachtigalle,

singt uns ein süße Melodei,

sie neut den Tag mit Schalle.


3. Strophe

Der Himmel tut sich färben

aus weißer Farb in Blau,

die Wolken tun sich färben

aus schwarzer Farb in grau.

Die Morgenröt tut herschleichen.

Wach auf, mein Lieb, und mach mich frei,

die Nacht will uns entweichen.

*****

Vorschaubild: Der Kuss: Google Art Project,1907-1908; Urheber: Gustav Klimt via Wikimedia Commons gemeinfrei.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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