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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Ich komme schon durch manche Land

Ich komme schon durch manche Land

Johann Wolfgang von Goethe

Der französische Begriff Marmotte bedeutet übersetzt Murmeltier. Die Inspiration zu dem auch als Lied des Marmottenbuben bezeichneten Stücks erlangte der bekannte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) durch seine Beobachtungen während der lang währenden und wiederkehrenden Flüchtlingswellen aus Savoyen. Die Wanderkinder, die sogenannten „Krätzekinder“(Zitat Goethes), führten zusammen mit ihren Murmeltieren auf Jahrmärkten, in Gasthäusern oder auf den Handelsstraßen Kunststücke auf, um sich und ihren Familien durch Betteln das Überleben zu sichern. Fasziniert durch deren Geschicklichkeit und überwältigt von ihrem Schicksal, inszenierte Goethe innerhalb seines Theaterstücks Jahrmarkt in Plundersweiler eine Szene, in welcher er einen solchen Bauernjungen auftreten und eben diese Zeilen singen ließ. Ludwig van Beethoven (1770-1827) komponierte die heute noch bekannte Melodie zu diesem populären Volkslied und veröffentlichte seine Vertonung 1805.

Carolin Eberhardt



1.Strophe

Ich komme schon durch manche Land,
avec que la marmotte,
und immer was zu essen fand.

Refrain
avec que la marmotte,
avec que si, avec que la,
avec que la marmotte,
avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.


2. Strophe

Ich hab gesehn gar manchen Herrn,
der hätt die Jungfern gar zu gern.

Refrain


3. Strophe

Hab auch gesehn die Jungfer schön,
die täte nach mir Kleinem sehn.

Refrain


4. Strophe

Nun laßt mich nicht so gehn, ihr Herrn,
die Burschen essen und trinken gern.

Refrain


*****

Vorschaubild: Das Neueste von Plundersweilern, Urheber: Georg Melchior Kraus; Quelle: Wahl, Hans; Kippenberg, Anton: Goethe und seine Welt, Leipzig: Insel Verlag, 1932; Bereitgestellt durch Magnus Manske via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Noten gesetzt durch Carolin Eberhardt.

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