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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Näher rückt die trübe Zeit

Näher rückt die trübe Zeit

Johann Georg Daniel Arnold

Der Abschied von dem lieblichen Sommer fällt in der Regel jedes Jahr aufs Neue wieder schwer. Erschwert wird der Übergang zum Herbst nochmals enorm, wenn der Mensch das subjektive Empfinden eines nicht ausreichend geglückten Sommers fühlt. Zu wenige Sonnenstunden, schlechtes Wetter in der Urlaubszeit, zu wenige Grillabende mit Freunden, zu viel Regen, zu wenig Wärme. Das sind exemplarisch nur einige der Gründe die zu solch einer Empfindung führen können. Allgemein betrachtet, weg vom einzelnen zu dem generellen Gefühl der Menschheit, wird der Umschwung von Sommer zu Herbst oftmals als deprimierend und demotivierend empfunden. Kommen dann noch Nebel und ein bewölkter Himmel hinzu, ersehnt der Mensch den Sommer noch um einiges mehr zurück. Diese eher negative Assoziation mit der Jahreszeit wurde auch in dem vorliegenden Lied eingefangen. Der Autor Johann Georg Daniel Arnold dichtet in diesem Zusammenhang Verse geprägt von Verfall, Tod, Trauer und Abschied. Treffenderweise stammt die Melodie, welche Friedrich Silcher komponierte, ursprünglich von dem Abschiedslied „Morgen muss ich fort von hier“. Den Titel griff Arnold in seiner letzten Strophe wieder auf, in welcher er den Fink zu Wort kommen lässt.

Carolin Eberhardt

 

1.Strophe

Näher rückt die trübe Zeit

und ich fühl's mit Beben;

schwinden muss die Herrlichkeit,

sterben junges Leben;

Waldesschmuck und Blütenpracht

sinken bald in Grabesnacht.

|: Scheiden das macht Leiden :|

 

2. Strophe

Blumen auf der grünen Au'

still ihr Haupt schon neigen,

Sommerabendlüfte lau

rauhen Stürmen weichen.

Vögel auf der Bergeshöh',

Schmetterling am tiefen See

|: müssen von uns scheiden :|

 

3. Strophe

Blatt sinkt nieder in den Staub,

wird ein Spiel im Winde;

traurig schüttelt ab ihr Laub

auf den Weg die Linde.

Wolke eilt, dem Pfeile gleich

stürmend durch der Lüfte Reich,

|: scheucht die trauten Sterne :|

 

4. Strophe

„Morgen muss ich fort von hier“,

singt der Fink mit Grämen.

Röschen klagt: „Da liegt die Zier,

Abschied muss ich nehmen!“;

Ach, es macht so bittrern Schmerz,

wenn, was innig liebt das Herz,

|: lang uns muss verlassen :|

 

Notendownload: hier

 

*****
Notensatz und Vorschaubild: Carolin Eberhardt.

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