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Der Bronstein-Defekt

und andere Geschichten

Christoph Werner

"Ich stellte bald an mir selbst die Verführung durch Zählen und Auswerten fest und empfand die Wonne, Gesetzmäßigkeiten bei gewissen Massenerscheinungen festzustellen. Nichts war vor mir sicher. Als erstes machte ich mich über die Friedhöfe her..."

O, du schöner Westerwald

O, du schöner Westerwald

Oder: Das Westerwaldlied

Das auch unter dem Titel Westerwaldmarsch oder Westerwaldlied bekannte Volks- und Marschlied geht in seiner Melodie auf eine Volksweise aus dem 19. Jahrhundert zurück. Der Text wurde 1932 in einem Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Emmerzhausen um Willi Münker erdacht, der konkrete Verfasser ist allerdings nicht bekannt. Mehrere Elemente älterer Volkslieder sind darin enthalten. Im Jahr 2022 fiel das vielgesungene Lied, welches in der Wehrmacht als populäres Soldatenlied bekannt war, unter die Zensur. Im „Berliner Tagesspiegel“ wurde die Junge Union des Rheingau-Taunus-Kreises und des Landkreises Limburg Weilburg attackiert, weil sie das Westerwaldlied öffentlich bei einer politischen Bildungsfahrt in Berlin gesungen hatte. Hans-Jürgen Irmer, Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill, äußerte sich zu diesem Sachverhalt im Wetzlar-Kurier und verweist darauf, dass das Westerwaldlied bereits vor der Nazidiktatur 1932 entstand, durchaus von der Wehrmacht missbraucht und instrumentalisiert wurde, allerdings dennoch in Imers Volksliederbüchlein, das er als Landtag- und Bundestagskandidat herausgegeben hat, aufgenommen wurde.

Das Liederbuch „Kameraden singt“, in welchem auch das Westerwaldlied enthalten ist, wurde von Verteidigungsministerin von der Leyen mittels Erlasses in der Bundeswehr verboten. Trotz seiner umstrittenen Vergangenheit und der daraus resultierenden heutigen Verbote hat sich das Westerwaldlied in den letzten Jahren, zumindest im privaten Gebrauch, durchaus wieder als beliebtes Wanderlied etabliert.

Carolin Eberhardt

Melodie anhören:

1. Strophe
Heute wollen wir marschier'n,
enen neuen Marsch probier'n,
in dem schönen Westerwald,
ja da pfeift der Wind so kalt.
O, du schöner Westerwald,
über deine Höhen pfeift
der Wind so kalt;
jedoch der kleinste Sonnenschein
dringt tief ins Herz hinein.

2. Strophe
Und die Grete und der Hans
geh'n des Sonntags gern zum Tanz,
weil das Tanzen Freude macht
und das Herz im Leibe lacht.
O, du schöner Westerwald,
über deine Höhen pfeift....

3. Strophe
Ist das Tanzen dann vorbei,
gibt es meinstens Schlägerei,
und dem Bursch, den das nicht freut,
sagt man, er hat keinen Schneid.
O, du schöner Westerwald,
....

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*****

Textquelle:

Irmer, Hans-Jürgen: Westerwaldlied fällt Zensurschere zum Opfer in: Wetzlar-Kurier, 2022 abgerufen von: >https://wetzlar-kurier.de/662-westerwaldlied-fallt-zensurschere-zum-opfer/< am 09.09.2022.

Vorschaubild:

Ansicht von Westerburg im Westerwald mit der Burg der Grafen zu Leiningen-Westerburg. Öl auf Leinwand, 1916, Urheber: Fritz von Wille via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Notesatz: Carolin Eberhardt

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