Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Frühlingsanfang

Frühlingsanfang

Wilhelm Müller

Nun können wir mit diesem heiteren Frühlingslied den Lenz in unseren Herzen willkommen heißen. Wieder einmal ist der Winter, wenn auch milder als sonst, vorüber und räumt das Feld für den Neuanfang der Natur. Das muntere Liedchen personifiziert den Winter als einen ungebetenen und längst nicht mehr willkommenen Gast, welcher nun das Haus verlassen muss. Beinah könnte man Mitleid mit ihm haben, wie er ängstlich durch die Räume streift. Die Naturelemente werden als Personen dargestellt. So ist der Sonnenschein einem edlen Ritter gleich, der die Menschheit errettet. Der Text stammt aus der Feder des deutschen Dichters Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794-1828). Vertont wurde das Stück von dem bekannten Komponisten Philipp Friedrich Silcher (1789-1860).

Carolin Eberhardt

Melodie anhören:


1. Strophe

Die Fenster auf, die Herzen auf!

Geschwinde, geschwinde!

Der alte Winter will heraus,

er trippelt ängstlich durch das Haus,

er windet bang sich in der Brust,

und kramt zusammen seinen Wust.


2. Strophe

Die Fenster auf….

Er spürt den Frühling vor dem Tor,

der will ihn zupfen bei dem Ohr,

ihn zausen an dem weißen Bart

Nach solcher wilden Buben Art.


3. Strophe

Der Frühling pocht und klopft ja schon,

horcht, horcht, es ist sein lieber Ton!

Er pocht und klopfet was er kann

Mit kleinen Blumenknospen an.


4. Strophe

Es kommt der Junker Morgenwind,

ein bausebackig rotes Kind,

und bläst, dass alles klingt und klirrt,

bis seinem Herrn geöffnet wird.


5. Strophe

Es kommt der Ritter Sonnenschein,

der bricht mit goldnen Lanzen ein,

der sanfte Schmeichler Blütenhauch

schleicht durch die engsten Ritzen auch.


6. Strophe

Zum Angriff schlägt die Nachtigall,

und horch, und horch, ein Wiederhall,

Ein Wiederhall aus meiner Brust!

Herein, herein, du Frühlingsluft!

Notendownload: Frühlingsanfang (Noten)


*****

Vorschaubild:

Krokusse im Park an der Ilm, Weimar von Carolin Eberhardt.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Alle Wiesen sind grün
von Karl Wilhelm Ferdinand Enslin
MEHR
Und in dem Schneegebirge
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Komm, lieber Mai, und mache
von Christian Adolf Overbeck
MEHR
Märzlied
von Abraham Fröhlich
MEHR
Willkommen, lieber schöner Mai
von Ludwig Christoph Heinrich Hölty
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen