Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


Der Frühling naht mit Brausen

Der Frühling naht mit Brausen

Karl Klingemann

Die Assoziation des Brausens mit dem Frühling ist eher eine ungewöhnlichere. Meist wird die Jahreszeit als wohltuend empfunden, als Wiedergeburt der Natur, deren positiv empfundenes Beiwerk mit Glück und positiven Gefühlen in die Herzen der Menschen einzieht. In Klingemanns Gedicht ist das Brausen des Frühlings  auch nicht als negativ zu werten. Denn wenn der Lenz erst einmal auf dem Vormarsch ist, kann ihn nichts aufhalten, er entfaltet sich in kürzester Zeit in seiner vollen Pracht. Und doch kann der Frühling seine Launen mit sich bringen, „Sturm und Sausen“ ist dann deutlich zu spüren. Und hinter dieser rauhen Fassade „keimt (bereits) die grüne Saat“.  Das Gedicht ruft die Menschen dazu auf, die „Wintersorgen“ abzustreifen und ihr Gemüt auf den Frühling einzustellen, damit dieser das Menschenkind „nicht schlafend find’t“. Die Vertonung des Frühlingsliedes stammt von Felix Mendelssohn-Bartholdy, welcher eine Freundschaft zu dem Diplomaten und Schriftsteller Klingemann pflegte.

Carolin Eberhardt

 

  1. Strophe

Der Frühling naht mit Brausen,

er rüstet sich zur Tat,

und unter Sturm und Sausen

keimt still die grüne Saat.

Drum wach, erwach, du Menschenkind,

dass dich der Lenz nicht schlafend find't,

drum wach, erwach, du Menschenkind,

dass dich der Lenz nicht schlafend find't.!

 

  1. Strophe

Tu ab die Wintersorgen,

empfange frisch den Gast;

er fliegt wie junger Morgen,

er hält nicht lange Rast.

Die Knospe schwillt, die Blume blüht,

die Stunde eilt, der Frühling flieht.

Drum wach, erwach, du Menschenkind,

dass dich der Lenz nicht schlafend find't!

 

  1. Strophe

Dir armen Menschenkinde

ist wund und weh ums Herz,

auf, spreng getrost die Rinde,

schau mutig frühlingswärts!

Es schmilzt das Eis, die Quelle rinnt,

dir taut der Schmerz und löst sich lind.

Drum wach, erwach, du Menschenkind,

dass dich der Lenz nicht schlafend find't!

 

  1. Strophe

Und wie die Vöglein leise

anstimmen ihren Chor,

so schall auch deine Weise

aus tiefster Brust hervor;

bist nicht verarmt, bist nicht allein,

umringt von Sang und Sonnenschein!

Drum wach, erwach, du Menschenkind,

dass dich der Lenz nicht schlafend find't!

 

Zum Notendownload

 

*****

Vorschaubild: Monet - Felder im Frühling, 1887 via Wikimedia Commons Creative Commons.

Notensatz: Carolin Eberhardt; © Bertuch Verlag.

 

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Komm, lieber Mai, und mache
von Christian Adolf Overbeck
MEHR
Des Frühlings Einladung
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen