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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Ombra mai fu

Ombra mai fu

Nicolò Minato

Der italienische Titel „Ombra mai fu“ bedeutet wörtlich übersetzt „Nie war ein Schatten“. Es handelt es sich bei dem Stück um eine Arie aus Georg Friedrich Händels Oper Xerxes, welche auch unter dem Namen „Largo“ bekannt ist. Tatsächlich hat das Werk einen solchen Bekanntheitsgrad erlangt, dass es heute als Einzelstück in Konzerten oder bei besinnlichen Anlässen aufgeführt wird. Die Sopran-Arie wurde bei ihrer Uraufführung von dem Kastrat Caffarelli im Londoner Haymarket Theatre gesungen.

Der Text wurde 1654/55 von Nicolò Minato  verfasst. Die Charakterisierung des Xerxes in der Oper weist allerdings nur wenige biografische Parallelen zu dem historischen Perserkönig auf. Wohl aber bezieht sich „Ombra mai fu“ auf eine durch den griechischen Geschichtsschreiber Herodot notierte Begebenheit, bei der Xerxes I. nach seiner Ankunft in Lydien eine große Platane bewunderte, diese wegen ihrer Schönheit mit goldenem Schmuck bedachte und sie sogar von einer Wache dauerhaft beschützen ließ.

Carolin Eberhardt

 

Melodie anhören: 

Ombra mai fu

Di vegetabile,

Cara ed amabile,

Soave più.

Nie war der Schatten

eines Gewächses

teurer, lieblicher

und süßer.

 

Weitere Übersetzung:

 

Warf je ein Blüh'n

Schatten,

so duftigen, süßen und luftigen

hinab ins Grün?

 

*****

Vorschaubild: Xerxes I., 1553, veröffentlicht von: Guillaume Rouille via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Notensatz: Carolin Eberhardt.

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