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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Schlittschuhlaufen

Schlittschuhlaufen

Wolfgang Müller von Königswinter

Welche Freuden doch der Winter zu bringen mag! Nicht nur Schlittenfahren oder Skilaufen kann die Gemüter erfreuen, der frostige Gesell kann auch Groß und Klein mit Schlittschuhlaufen erfreuen. Hauptsache ist dabei, neben einer warmen Bekleidung, dass die Kufen aufgelassen über den „festgefrorenen“ Teich tanzen. Auch, wenn mal jemand stürzt: schnell wieder aufgestanden und weiter geht es in großen und kleinen Bahnen über die eisglatte Spiegelfläche.

Das fröhliche Wintergedicht entstammt der Feder von Wolfgang Müller von Königswinter, der in seinem „Kinderleben in Liedern und Bildern“ 1850 weitere kindgerechte Gedichte veröffentlichte.

Carolin Eberhardt

Der Winter geht so starr und kalt,
Der Teich ist festgefroren,
Frischauf die Schlittschuh angeschnallt,
Die Pelze um die Ohren!

Wir gleiten hin, wir gleiten her
Auf spiegelglattem Eise,
Wir schwingen uns die Kreuz und Quer
Und schlingen unsre Kreise.

Und plumpst auch Einer ’mal dahin,
Das darf nicht scheu ihn machen,
Er stehet auf mit frischem Sinn
Und er beginnt zu lachen.

Er mischt sich wieder in die Reihn
Und läuft in Freude weiter,
Denn auf dem Eis, da muss man sein
Recht munter, frisch und heiter.

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