Das kurze dreistrophige Gedicht, welches von einem Schneemann handelt, eignet sich hervorragend für Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter. Denn hier wird nicht etwa thematisiert, wie traurig doch der Schneemann ist, wenn der Frühling kommt und er dahinschmilzt. Ganz im Gegenteil: Durch die Sonnenstrahlen kommt in den stillen, starren und stummen Gesellen endlich Bewegung. Denn er schmilzt nicht, sondern „fängt (…) an zu laufen“, so schnell, dass „niemand (…) ihn (ein-)holt“.
Carolin Eberhardt
Der Schneemann auf der Straße
trägt einen weißen Rock,
hat eine rote Nase
und einen dicken Stock.
Er rührt sich nicht vom Flecke,
auch wenn es stürmt und schneit.
Stumm steht er an der Ecke
zur kalten Winterszeit.
Doch tropft es von den Dächern
im ersten Sonnenschein,
da fängt er an zu laufen,
und niemand holt ihn ein.
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