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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Das Büblein auf dem Eise

Das Büblein auf dem Eise

Friedrich Güll

Sehr lehrreich und pädagogisch wertvoll ist das vorliegende Gedicht des Lyrikers Friedrich Güll, der bekannt ist für seine kindgerechte Dichtkunst. In „Das Büblein auf dem Eise“ weist er sehr direkt und unverblümt auf die Gefahren des übermütigen Schlittschuhlaufens hin. Denn oftmals sind es gerade die Kinder, die die Gefahren eines nur leicht gefrorenen Gewässers unterschätzen. Nur durch einen vorbeigehenden Mann konnte der Bub in der Geschichte gerettet werden. Also: trotz aller Schrecken ein Happy End. Ein wenig kritisch aus heutiger Sicht könnte gegebenenfalls der letzte Satz der letzten Strophe gesehen werden: "Der Vater hat's geklopfet es aus zu Haus" - vielleicht hat er ihm auch nur die Sachen trocken geklopft? Genaueres weiß man nicht. 

Carolin Eberhardt

Will sehen, was ich weiß

Vom Büblein auf dem Eis.

 

Gefroren hat es heuer

noch gar kein festes Eis.

Das Büblein steht am Weiher

und spricht zu sich ganz leis:

"Ich will es einmal wagen,

das Eis, es muss doch tragen.

Wer weiß!"

 

Das Büblein stapft und hacket

mit seinem Stiefelein.

Das Eis auf einmal knacket,

und krach! schon bricht′ s hinein.

Das Büblein platscht und krabbelt,

als wie ein Krebs und zappelt

mit Arm und Bein.

 

"O helft, ich muss versinken

in lauter Eis und Schnee!

O helft, ich muss ertrinken

im tiefen, tiefen See!"

Wär′ nicht ein Mann gekommen -

der sich ein Herz genommen,

o weh!

 

Der packt es bei dem Schopfe

und zieht es dann heraus,

vom Fuße bis zum Kopfe

wie eine Wassermaus.

Das Büblein hat getropfet,

der Vater hat′ s geklopfet

es aus
zu Haus.

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