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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Von Birken eine Rute

Von Birken eine Rute

Wilhelm Busch

"Von Birken eine Rute,

gebraucht am rechten Ort, 

befördert oft das Gute ...

mehr als das beste Wort."

Dieses Gedicht bzw. dieser Spruch wurde von einem meiner früheren Lehrer gern zitiert. Manchmal handelte er auch danach. Der Herr Studienrat, der von uns Schülern als unsicher und verklemmt wahrgenommen wurde, hatte einen kräftigen Schlag. Und ich wurde einmal dessen teilhaftig und hatte - in Abwehr - zurückgeschlagen. Wahrscheinlich hat mich nur die Tatsache, dass mein Vater an derselben Schule unterrichtete, davor bewahrt, dass der prügelnde Kollege meinen Verweis von diesem Gymnasium beantragte.

Die Schule habe ich ohnehin wenig später gewechselt. Und in der neuen, sehr renommiert, wurde die Prügelstrafe vollzogen. Zum Glück wurde ich davon nie betroffen.

Andere Menschen und vor allem wehrlose Kinder zu schlagen, ist ein Verbrechen. Es erniedrigt, demütigt und hat keine erzieherische Wirkung. In der pädagogischen Wissenschaft ist es die weit überwiegende Erkenntnis, dass die Prügelstrafe die Erziehung nicht befördert, sondern in hohem Maße stört. Deshalb hat unser deutsches Recht die Prügelstrafe seit dem Jahr 2000 ausdrücklich verboten (§1631 Abs. 2 BGB)

Während meiner juristischen Ausbildung hatte ich mit einem Richter zu tun, der während einer Verhandlung einem Kind gegenüber stolz erklärte: „Wenn ich eines meiner Kinder geschlagen habe, kam es anschließend zu mir und sagte: Das hast du nur getan, weil du mich liebhast.“ So kann man auch Masochismus befördern.

Sehr erstaunt war ich, als ich vor einigen Jahren einer Kinderheimleiterin, die ihre Schutzbefohlenen auch geschlagen hatte, gekündigt habe. Das Arbeitsgericht sah darin keinen Kündigungsgrund, weil die alte Dame es immer schon so gehalten habe. Wir haben uns auf eine hohe Abfindung geeinigt.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ sagt das Gesetz (§ 1631 Abs. 2 BGB).

Umso mehr überrascht es, dass der Schulbezirk Cassville, eine Kleinstadt in Missouri, die Prügelstrafe offiziell wiedereingeführt hat. Es fand die Zustimmung vieler Eltern und bundesweit vieler Trumpianer und anderer Rechter. Hier gelten nicht Erkenntnis und Wissenschaft, sondern Machtphantasien und Ideologie.

Der Autor Wilhelm Busch (1832-1908) hat uns viele heitere, eingängige und besinnliche Verse und Zeichnungen geschenkt. Allerdings waren auch manche dumme und unsinnige darunter (siehe oben).

Florian Russi

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