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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Alma mater Tubigensis

Alma mater Tubigensis

Ernst Diestel

Als Alumnus der Eberhard-Karls-Universität erinnere ich mich gerne an die Studentenzeit in Tübingen Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrtausends.

Natürlich gehörten zum studentischen Leben auch die zahlreichen Vergnügen in den Besenwirtschaften, wenn es den neuen Sauser oder den neuen Most gab, die Feten bei Freunden oder die Kneipen bei einer der zahlreichen Burschenschaften.

Bei meinen ungezählten Aufstiegen zum Schloss Hohentübingen, wo sich damals das Geographische Institut befand, kam ich natürlich auch oft am Haus der Burschenschaft Derendingia vorbei, das sich direkt hinter dem Schloss befindet.

Ernst Diesel, ei Burschenschaftler, dichtete das Loblied auf die Universitätsstadt Tübingen im Sommersemester 1881 als Bundeslied der Derendingia, wobei das Lied sich nicht nur großer Beliebtheit bei den anderen Tübinger Korporationen erfreute, sondern sich zur gern gesungenen Hymne auf die Universitätsstadt entwickelte – ich selbst lernte das Lied bei einem feuchtfröhlichen Abend in der damaligen Besenwirtschaft, der Schmiedtor-Kelter.


Hier der Text, der gesungen wird nach der Melodie: Strömt herbei ihr Völkerscharen.

Herbert Kihm

Andre mögen andre preisen als der Musenstädte Zier,

Alma Mater Tubingensis, unser Lob erschalle dir!

Zwischen Frucht- und Rebgeländen schön wie eine Braut sie liegt,

liebberauschend ihr zu Füßen kosend sich der Neckar schmiegt.

 

Dein Gebirg in blauer Weite weckt die deutsche Wanderlust.

Gott zum Gruß! du schwäbsche Alpe, Sehnsucht der Studentenbrust.

Auch der Schwarzwald ist nicht ferne, lockend mit dem dunklen Tann,

Schwarzwaldmädchen-Augensterne ziehn Studentenherzen an.

 

Und die Burg auf stolzer Höhe, prangend in des Ruhmes Flor,

die der starke Preußenadler sich zum Ahnensitz erkor.

In der Näh' und in der Ferne liebreich wie ein Vaterhaus,

Alma Mater Tubingensis, übst du deinen Zauber aus.

 

*****

Fotos: Herbert Kihm.

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