Ein Vor- und ein Zurückbesinnen geht mit Horst Fischers Gedicht einher. Doch nicht nur in der Zeit kurz vor dem Jahreswechsel stimmen seine Worte nachdenklich. Auch zum neuen Jahr tragen sie den Leser noch in eine Selbstreflexion, die dabei helfen kann, die guten und die schlechten Tage des Jahres besser zu genießen bzw. zu ertragen. Denn, wie er so schön sagt: „Jammern und Zagen“ hilft nicht und „lässt Leid kein bisschen besser sich ertragen“. Der Autor setzt darauf, dass sich der Mensch lieber auf die positiven Erfahrungen konzentrieren und nicht nur das Negative in den Vordergrund stellen sollte. In diesem Sinne wünscht nicht nur Horst Fischer, sondern auch das Redaktionsteam der Leseseiten all unseren Leserinnen und Lesern ein gesundes neues Jahr.
Carolin Eberhardt
Es sind oft Tage, die wie offne Türen
in einen völlig dunklen Raum uns führen,
die uns beunruhigen und die uns schrecken.
So ist es immer auch zum Jahresende –
Gar mancher denkt und faltet seine Hände:
Was wird in dem, was vor uns liegt, wohl stecken?
Schwer fällt, sich oft in Zuversicht zu fassen
und sich vertrauensvoll auch darauf einzulassen,
dass, wie es kommt, doch gut und sinnvoll werde.
Wir wissen wohl: mit Jammern und mit Zagen
lässt Leid kein bisschen besser sich ertragen.
Und dennoch sind wir oft auf dieser falschen Fährte.
So wär es gut, wenn es doch könnte glücken,
statt ängstlich vor-, dankbar zurückzublicken,
Ein And’rer ist’s, der unser Leben lenkt.
Haben wir nicht in all den vielen Jahren
gar sonderbare Wunder schon erfahren?
Wie unerwartet wurden wir doch oft beschenkt!
So lasst uns nun getrost die nächsten Schritte gehen.
Wir werden noch bestimmt so manches sehen,
was uns beglückt, auch - was uns traurig macht.
Lasst uns den Weihnachtsfrieden in den Alltag tragen.
Für’s ganze Jahr gilt: „Gutes tun und sagen“!
Und an den Nächsten sei auch stets gedacht.
(2025)
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