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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


An die Deutschen

An die Deutschen

Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843), dessen 250. Geburtstag wir 2020 feiern, zählt zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern. Einige seiner Gedichte gehören zu den besten in der deutschen Literatur. So auch das folgende, das er „an die Deutschen“ gerichtet hat, Es ist ein Appell und eine Ermunterung, bei der er auch an sich selbst gedacht haben mag. Hölderlin war in hohem Grad sensibel, in sich gekehrt und wenig zupackend, d. h. „tatenarm und gedankenvoll“. Das wird auch dadurch deutlich, dass er irritiert die Anstellung als Erzieher des Sohnes der Schriftstellerin und Schiller-Freundin Charlotte von Kalb niederlegt, weil dieser wohl in der Pubertät steckte und sich lieber sexuell selbstbefriedigt, als Latein oder Metrik zu lernen (s. Safranski, Hölderlin, München, 2. Aufl.2019, S. 106).

Hölderlin konnte nicht ahnen, dass 90 Jahre nach seinem Tod eine Partei in Deutschland die Macht ergriff, die das Land gedankenarm aber tatenvoll regierte und ins Verderben riss. Heute „leben die Bücher“ und sowohl die Werke Hölderlins als auch die über ihn erfreuen sich hoher Auflagen. Kein Grund für ihn „zu büßen die Lästerung“. Denn in der heutigen Welt herrschen viele wirre Taten und Gedanken und so warten „die Lieben“ immer noch „auf den Strahl, der aus dem Gewölke kommt“.

Florian Russi

An die Deutschen


Spottet ja nicht des Kinds, wenn es mit Peitsch und Sporn
Auf dem Rosse von Holz mutig und groß sich dünkt,
Denn, ihr Deutschen, auch ihr seid
Tatenarm und gedankenvoll.

Oder kommt, wie der Strahl aus dem Gewölke kommt,
Aus Gedanken die Tat? Leben die Bücher bald?
O ihr Lieben, so nehmt mich,
Daß ich büße die Lästerung.

*****

Vorschaubild: Porträt von Friedrich Hölderlin , Pastell von Franz Carl Hiemer (ca 1792)

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