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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Mindesthaltbarkeitstermin? Suchet ihn!

Mindesthaltbarkeitstermin? Suchet ihn!

Horst Fischer

Wie überbewertet wird doch in heutigen Zeiten der Mindesthaltbarkeitstermin. Mit wortgewandter Ironie widmet sich Horst Fischer genau dieser Thematik. Denn was der Autor über seinen eigenen Antrieb zum Lagern von Lebensmitteln preisgibt, das trifft auch auf viele andere Menschen unserer Gesellschaft zu, die dann vielleicht auch, geblendet von der vielen, kleinen Schrift des Dosenetiketts, dann und wann auf die Suche nach ihm gehen: Dem Mindesthaltbarkeitstermin!

Carolin Eberhardt

 

 

Alles, was der Mensch so isst, kann auch schrecklich leicht verderben.

Für Verzehr gilt eine Frist. Essen kann man nicht vererben.

Darum steht auf Dose, Flasche, Becher, Schale, Hülle, Glas

irgendwo an einer Stelle auch ein Datum - nicht aus Spaß!                        

Dieses nennt man umgangssprachlich Mindesthaltbarkeitstermin,

doch wo kann man den wohl finden? Das wird spannend. Suchet ihn!

                                              

Immer war des Menschen Nahrung schon von Schädlingen bedroht

und so half nur viel Erfahrung über manche Hungersnot.

Kühl und trocken wurd‘ gelagert, abgeschlossen und geschützt

mittels Eis, Rauch, Salz und Essig und im Einwecktopf erhitzt.

Was war dann mit Omas Gläsern? Wurde da was schimmlig grün?

Nein! Die waren leer schon vor dem Mindesthaltbarkeitstermin!

 

Aber heute ist das anders. Alles gibt es ohne Not,

man kauft, ohne es zu brauchen, denn es gibt ein Angebot.

Und so liegt manche Konserve still im heimischen Regal

eigentlich nur als Reserve und wenn’s mehr ist, ist’s egal!

Will man endlich was gebrauchen, ja, dann suchen wir nun ihn,

den bis dahin ganz vergess’nen Mindesthaltbarkeitstermin!

 

Her ein Glas! - Beim schnellen Drehen kann man gelb auf weißem Rand

Kleingedrucktes übersehen. Außerdem ist nicht bekannt,

steht das Datum denn am Deckel? Oder auf dem Etikett,

das verwirrend voll bedruckt ist? Und da liest man dann ganz fett

Herstellung und Zubereitung, Firma, Nährwert, Kalorien -

doch wo ist nun der gesuchte Mindesthaltbarkeitstermin?

 

Bei einer Konservenbüchse ist erst recht die Sache dumm.

Büchsendeckel, Büchsenboden und das Büchsendrumherum -

das sind gleich drei Dimensionen, wo man trefflich suchen kann.

Um sich dabei zu belohnen bietet sich ein Wettspiel an.

Oben, unten, vorn und hinten – auch wenn die Minuten flieh’n,

mit und ohne Lupe sucht den Mindesthaltbarkeitstermin!

 

Erster Preis - das wär der Renner: ein MHT - Rundumscanner!!!

 

 

*****

Vorschaubild: 

Verrostete Sauerkraut-Konservendosen vor einem Lagerhaus in Deutschland, 2013, Urheber: High Contrast via Wikimedia Commons CC BY 3.0 de.

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