Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

Jürgen Klose
Kennst du Friedrich Schiller?

Ein kreativer Querkopf mit allerlei Flausen scheint Schiller wohl gewesen zu sein, wenn man ihn mal ganz ohne Pathos betrachtet.

An Emilie

An Emilie

Theodor Fontane

Im Jahr 1850, im Alter von 31 Jahren heiratete Theodor Fontane die 23jährige Emilie Rouanet-Kummer, mit der er seit fünf Jahen verlobt war.

Die Ehe hielt bis zu Fontanes Tod im Jahr 1898.  Die beiden bekamen sieben Kinder, von denen drei früh starben.

In den folgenden Gedicht nennt der Dichter die Gründe, warum die Ehe so lange gehalten hat. 

                                                                                                                                                                      Florian Russi

Da draußen schneit es: Schneegeflimmer

Wies heute mir den Weg zu Dir;

Eintret’ ich in Dein traulich Zimmer,

Und warm an’s Herze fliegst Du mir –

Abschüttl’ ich jetzt die Winterflocken,

Abschüttl’ ich hinterdrein die Welt,

Nur leise noch von Schlittenglocken

Ein ferner Klang herübergellt.

 

Nun ist es still; nun laß uns kosen:

Du legst Dein Haupt auf meinen Schooß,

Ich aber knüpf’ in leichtem, losen

Getändel Dir die Flechten los.

Du zürnst; warum? Du glaubst zu müssen,

Und schwörst: „nie wieder einen Kuß!“

Da weiß ich, daß ich rasch mit Küssen

Die krause Stirn Dir glätten muß.

 

„Nun aber komm, nun laß uns plaudern

Vom eignen Herd, von Hof und Haus!“

Da baust Du lachend, ohne Zaudern,

Bis unter’s Dach die Zukunft aus;

Du hängst an meines Zimmers Wände

All meine Lieblingsschilderein, –

Ich seh’s und streck danach die Hände,

Als müss’ es wahr und wirklich sein.

 

So flieht des Abends schöne Stunde,

Vom fernen Thurm tönt’s Mitternacht,

Die Mutter schläft, in stiller Runde

Nur noch die Wanduhr pickt und wacht.

„Ade, mein Lieb!“ von warmen Lippen

Ein Kuß noch, – dann in Nacht hinein:

„Das Leben lacht, trotz Sturm und Klippen,

Nur Steurer muß die Liebe sein.“

                                                                                                                                   Theodor Fontane

******

Bild:- gemeinfrei, Autor unbekannt - 

      - From Wikimedia Commons, the free media repository

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Mit einem gemalten Band
von Johann Wolfgang von Goethe
MEHR
Du bist wie eine Blume
von Heinrich Heine
MEHR
An Minna - An Emma
von Friedrich Schiller
MEHR
Meine Ruh ist hin
von Johann Wolfgang von Goethe
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen