Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Martinslied

Martinslied

Hoffmann von Fallersleben

Die Bräuche und Sitten des Martinsfestes haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Noch im Jahr 1878 war es in weiten Teilen Deutschlands verbreitet, nicht am 11.November, direkt zum Martinstag, sondern am Abend des 10. November, den Martinsumzug zu begehen. Anders als heut, war es in Belgien und Holland üblich, dass die Kinder und arme Leute umherzogen, an den Türen klopften und die bekannten Martinslieder vorsangen, um dafür Gaben von den Bewohnern des Hauses zu erhalten. Ähnlich wie bei Halloween zogen die Kinder mit lauten Schimpfreimen weiter, wenn sie für ihren Gesang keine Nascherei erhielten, frei nach dem Motto „Süßes oder Saures“.

In Anlehnung an diese weniger bekannten Traditionen, schrieb der bekannte deutsche Dichter Hoffmann von Fallersleben das vorliegende Gedicht. Bei Betrachtung des Inhalts ist es vorstellbar, dass dieses Gedicht am Martinsabend vorgesungen wurde. Die Melodie hierfür ist nicht überliefert.

Carolin Eberhardt

Im Namen des heiligen Martin

Wir kommen euch zu bitten

Im Namen des heiligen Martin.

Dem Martinstag zu Ehren

Wollt uns Kinders was bescheren!

Sankt Martin war ein guter Mann,

Er nahm sich der kleinen Kinder an.

Und wenn er auf seinem Schimmel ritt,

So bracht‘ er den kleinen Kindern was mit.

So mögt ihr unser gedenken.

Uns Kindern auch was schenken:

Nüss‘ und Äpfel und Honigkuchen.

Empfangt ihr unsern schönsten Dank.

Mag Gott auf allen Wegen und Stegen

Euch gnädig sein!

Mag Gott euch immer Heil und Segen

Hiernieden verleih’n!


*****

Bildquellen:

Vorschaubild: Das Martinsfest in Deutschland, 1863, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons Gemeinfrei; Leuchtende Laterne, 2019, Urheber: Bellahu123 via Pixabay CCO; Laternenumzug, 2020, Urheber: coloringcuties via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Laternenumzug, 2020, Urheber: coloringcuties via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Äpfellese
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Herbsttag
von Rainer Maria Rilke
MEHR
Kinderfest im Herbst
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Im Herbst
von Friedrich von Sallet
MEHR
Es ist nun der Herbst gekommen
von Joseph von Eichendorff
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen