Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

Das Kräuterweib vom Hexenberg, Band 2

Bedeutung und Anwendung von Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung hiesiger Kräuter und Heilpflanzen.

Wie schon im ersten Heft sind hier Tipps für die Herstellung eigener Hausmittelchen gegen allerhand Alltagszipperlein, wie Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme gesammelt.

Des Sommers letzte Rose

Des Sommers letzte Rose

Thomas Moore

Der englische Dichter Thomas Moore lässt das lyrische Ich in seinem Gedicht voller Herzschmerz Abschied von der Blütenpracht der Rosen nehmen. Der Herbst zeigt auch vor der letzten ihrer Art kein Erbarmen und so bleibt dem Akteur nur noch übrig, der schönen Rose die letzte Ehre zu erweisen und ihre Blätter zu deren Schwestern auf das Beet zu streuen. Einer Beerdigung des Sommers kommt dieser Akt gleich. Doch trotz des Wehmuts, den der Leser verspürt, schwingt in den Strophen auch eine gewisse Romantik mit. In der letzten Strophe offenbart der Dichter, dass eine verwelkte Liebe die Ursache für den schwermütigen Ton des Stückes ist. Denn, wenn

„Manch treues Herze fällt,

O, wer wollt‘ allein bewohnen

Diese nächtliche Welt!“


Die trübselige Stimmung des an Liebeskummer Leidenden verstärkt sich durch das herbstliche Absterben der Natur. Die Trostlosigkeit der herbstlichen Stimmung vertreibt auch die positiven Gedanken des Gemüts.

Das ursprüngliche Werk mit dem Namen „The last rose of summer“ schrieb Moore in englischer Sprache nieder. Ob er selbst die deutschsprachige Übersetzung vorgenommen hat, ist nicht bekannt.

Carolin Eberhardt.

Des Sommers letzte Rose

Blüht hier noch allein

Verwelkt sind der Gespielen

Holdlächelnde Reih’n.

Ach, es blieb keine Schwester,

Keine Knospe zurück,

Mit erwiderndem Seufzer

Mit errötendem Blick!

Ich will nicht, Verlass’ne,

So einsam dich sehn,

Wo die Lieblichen schlummern,

Sollst auch du schlafen gehen.

Drum freundlich zerstreu‘ ich

Deine Blätter über’s Beet,

Wo die Blüten, wo die Blätter

Deiner Schwestern verweht.


So bald möcht‘ ich folgen,

Wenn Freundschaft sich trübt,

Und der Kranz süßer Liebe

Seine Blätter zerstiebt;

Wenn Teure verschwinden,

Manch treues Herze fällt,

O, wer wollt‘ allein bewohnen

Diese nächtliche Welt!

Des Sommers letzte Rose hier als PDF: Des Sommers letzte Rose (deutsch und englisch)


*****

Bildquellen:

Vorschaubild: Welkende Rose, 2020, Urheber: hudsoncrafted via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Rosenranke, 2016, Urheber: GDJ via Pixabay CCO.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Martinslied
von Hoffmann von Fallersleben
MEHR
Im Herbst
von Friedrich von Sallet
MEHR
Der Herbststurm
von Ludwig Uhland
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen