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Kennst du Antoine
de Saint-Exupéry?

Karlheinrich Biermann

Großer Beliebtheit erfreut sich noch heute die Geschichte vom kleinen Prinzen, jenem philosophischen Märchen, das von Liebe, Freundschaft und Tod handelt. Darin geht Saint Exupery der Frage nach dem Sinn des Lebens nach und blickt zurück auf sein eigenes: das Abenteuer einer Bruchlandung, das Überleben in der Wüste, die Sehnsucht nach der verlorenen Liebe … all das war dem Autor nur allzu vertraut.

Die Stadt

Die Stadt

Theodor Storm

Theodor Storm, 1817 in Husum an der Nordwestküste von Schleswig-Holstein geboren, war ein Familienmensch und sehr heimatverbunden. Dies zeigt sich auch in seinem Gedicht über die graue Stadt am Meer, bei der es sich um seine Geburtsstadt handelt, in die er nach vielen Jahren Außentätigkeit im Jahr 1864 zurückkehrte. Er nennt eine Reihe von Dingen, die der Stadt damals fehlten und die sie als grau erschienen ließen. Doch die Erinnerung an seine Jugendzeit lassen das Herz des Dichters an ihr hängen, und so kann sich auch in einem grauen Umfeld eine tiefe Liebe entwickeln.

Florian Russi


Am grauen Strand, am grauen Meer

Und seitab liegt die Stadt;

Der Nebel drückt die Dächer schwer,

Und durch die Stille braust das Meer

Eintönig um die Stadt.


Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai kein

Vogel ohn Unterlass;

die Wandergans mit hartem Schrei

nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,

am Strande weht das Gras.


Doch hängt mein ganzes Herz an dir,

du graue Stadt am Meer;

der Jugend Zauber für und für

ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,

du graue Stadt am Meer.

*****

Vorschaubild: Nordsee im Mondlicht, 1774, Urheber: Caspar David Friedrich via Wikimedia Commons gemeinfrei.

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