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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Der Osterhase

Der Osterhase

Andreas Schneider

Kein Schreiben bleibt unbeantwortet

Hier nun tritt eine weitere Symbolgestalt der Osterbräuche hervor - der Osterhase. Als österlicher Eierbringer im Kinderglauben wie erwähnt im 17. Jahrhundert eingeführt, trat er erst im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts seinen volkskulturellen Siegeszug an - die illustrierten Osterhasenbücher sowie vor allem die Süßwaren- und Spielzeugindustrie haben kräftig mitgeholfen, ihn, den zuvor außerhalb vom Oberrhein, dem Elsass und der Pfalz zunächst noch Unbekannten, zur populären Zentralgestalt des Festes zu machen, zumindest für Kinder. 

Es gibt zwei Orte in Deutschland, Eibau im Osten von Sachsen und Ostereistedt in Niedersachsen, die sich als einzige „Hasen-Postämter" der Welt verstehen und jährlich Zehntausende von bunten Kinderbriefen und Karten empfangen, aus vielen Regionen der Welt, und die versprechen, alle Post, ob Kummer oder Wünsche, auch zu beantworten.

Neben dem Osterei selbstverständlich, das inzwischen auch durch das Schmücken von Eierbäumchen in Vorgärten und Wohnzimmern lange vor der Karwoche öffentlich sichtbar wird, von den Auftritten in den Supermärkten schon kurz nach Weihnachten ganz zu schweigen. Auf kirchlichen Brauch gehen auch die besonders in Norddeutschland und im Harz üblichen Osterfeuer beziehungsweise Osterräder zurück. das Abbrennen eines Holzstoßes am Abend des ersten Ostertages oder in der Osternacht Für ein konstanteres Traditionsmuster liegen erst seit dem 15. Jahrhundert Belege vor.

Der Gang nach dem Osterwasser
Der Gang nach dem Osterwasser

In der katholischen Lausitz erhielt sich das Osterreiten, das in früheren Praktiken des Flurumritts gründet. Am Ostersonntag kann man dabei in der Gegend um Wittichenau oft mehr als 1 000 Reiter auf prächtig geschmückten Pferden mit den Kirchenfahnen in der Hand bewundern.

Zu den inzwischen weitgehend verschwundenen und früher vor allem im ländlichen Raum vorkommenden Kulturphänomenen gehört die folgende Vorstellung, die in katholischen Gegenden stärker als im Gebiet des Protestantismus ausgeprägt war: Das als heilkräftig und magisch geltende Osterwasser, Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, muss in der Nacht zum Ostersonntag, gern in der Mitternachtsstunde oder vor Sonnenaufgang, von jungen Mädchen schweigend aus einem fließenden Wasser gegen den Strom geschöpft und still nach Hause gebracht werden. Konnte das Mädchen aber seine Zunge nicht hüten, hatte sie Plapperwasser geholt und wurde verhöhnt. 

Das Wasser ist auch in einem anderen Brauch zentral - im Schmücken der Dorf-, Orts- und Stadtbrunnen mit ostereierverzierten Girlanden oder mit bändergeschmückten Bäumchen am Palmsonntag. Diese »Osterbrunnen« sind heute vor allem noch in der Fränkischen Schweiz und in Schwaben üblich und bezeugen vor allem auch die Dankbarkeit für das Wasser als Spender des Lebens, besonders in wasserarmen Gegenden.  

Wenn wir noch einen Schritt weitergehen, sind wir bei einem weiteren schönen Brauch, dem Osterspaziergang

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Bildquellen:

Vorschaubild, Der Osterhase von ItsLassieTime via Wikimedia Commons, gemeinfrei 

Der Gang nach dem Osterwasser von W. Stöwer aus dem jahr 1893, gemeinfrei

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