Wenn wir am 10. November mit unseren bunten Laternen durch die Straßen zogen – das flackernde Kerzenlicht in der Dunkelheit, die kalte Luft, das leise Knistern der Papierschirme?
Wir sangen „Ich geh mit meiner Laterne“ und „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“.
An vielen Häusern öffneten sich Türen oder Fenster, freundliche Gesichter lächelten – und manchmal fiel sogar eine kleine Münze in unsere Laterne.
Diese Abende waren mehr als nur ein Spaziergang mit Licht – sie waren ein Stück Geborgenheit, Gemeinschaft und Kindheitspoesie.
Heute scheint diese Tradition immer mehr im Schatten fremder Bräuche zu stehen. Bräuche, die gar nicht die unseren sind. Die über den „großen Teich“ zu uns rüber schwappten, uns fluteten - und blieben. Kaum ist Halloween mit seinen Spinnen, Skeletten und Süßigkeiten vorbei, ist der Zauber von Sankt Martin oft schon vergessen, bevor er überhaupt begann.
Doch das Laternegehen ist etwas ganz Eigenes – etwas, das zu uns gehört. Es erzählt von Licht in dunkler Zeit, von Teilen und Mitgefühl, und von der Freude, gemeinsam unterwegs zu sein.
Lasst uns diese schöne Tradition bewahren!
Öffnet eure Türen, wenn die Kinder mit ihren Laternen vorbeiziehen, oder geht selbst mit – Hand in Hand, Herz an Herz, mit einem Licht in der Dunkelheit.
Damit auch kommende Generationen noch sagen können:
„Wisst ihr noch – damals zu Laternchen?“
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Foto: E. Otto