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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Wisst ihr noch – damals zu „Laternchen“?

Wisst ihr noch – damals zu „Laternchen“?

Wenn wir am 10. November mit unseren bunten Laternen durch die Straßen zogen – das flackernde Kerzenlicht in der Dunkelheit, die kalte Luft, das leise Knistern der Papierschirme?

Wir sangen „Ich geh mit meiner Laterne“ und „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“.

An vielen Häusern öffneten sich Türen oder Fenster, freundliche Gesichter lächelten – und manchmal fiel sogar eine kleine Münze in unsere Laterne.

Diese Abende waren mehr als nur ein Spaziergang mit Licht – sie waren ein Stück Geborgenheit, Gemeinschaft und Kindheitspoesie.

Heute scheint diese Tradition immer mehr im Schatten fremder Bräuche zu stehen. Bräuche, die gar nicht die unseren sind. Die über den „großen Teich“ zu uns rüber schwappten, uns fluteten - und blieben.                                                                                                                                    Kaum ist Halloween mit seinen Spinnen, Skeletten und Süßigkeiten vorbei, ist der Zauber von Sankt Martin oft schon vergessen, bevor er überhaupt begann.

Doch das Laternegehen ist etwas ganz Eigenes – etwas, das zu uns gehört.                                                 Es erzählt von Licht in dunkler Zeit, von Teilen und Mitgefühl, und von der Freude, gemeinsam unterwegs zu sein.

Lasst uns diese schöne Tradition bewahren!

Öffnet eure Türen, wenn die Kinder mit ihren Laternen vorbeiziehen, oder geht selbst mit – Hand in Hand, Herz an Herz, mit einem Licht in der Dunkelheit.

Damit auch kommende Generationen noch sagen können:

„Wisst ihr noch – damals zu Laternchen?“

 

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Foto: E. Otto

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