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Von Evchensruh nach Adams Hoffnung

Die sechs Erzählungen sind das Kaleidoskop eines Lebens: von der erinnerten Kindheit, die immer märchenhafte Züge trägt, über die verspielten Dinge der Jugend bis hin zu den harten Auseinandersetzungen im Erwachsenen-Dasein. Das Verschwinden von Glauben und Vertrauen, das Verzweifeln an der Welt, diese metaphorische Obdachlosigkeit (Safranski), sind Teil davon.

Das Lamm

Das Lamm

Wilhelm Hey


Kind:

„Lämmchen, was schreist du so kläglich dort?“

Lamm:

„Meine liebe Mutter ist fort.“

Kind:

„Fürchtest du dich, dass in der Zeit

Irgendjemand dir tu ein Leid?“

Lamm:

„Fürchten, ich wüsste nicht was. Ach nein,

möchte nur gern bei der Mutter sein.“


Und wie die Mutter hörte das Schrei’n,

kam sie gleich aus dem Garten herein,

rief es nur einmal mit sanftem Ton;

siehe, da hört es das Lämmchen schon,

läuft so geschwind es laufen kann,

drängt sich dicht an die Mutter an.


*****

Textquelle:

Hey, Wilhelm: Fünfzig Fabeln für Kinder, Stuttgart: Loewes Verlag Ferdinand Carl, 1909, S. 6.

Bildquelle:

Vintage Hintergrund, 2007, Urheber: 3209107 via Pixabay CCO; Kind mit Lamm, 2007, Urheber: Jo-B via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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