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Die Päpste als Friedensvermittler

Der Kirchenhstoriker Stefan Samerski stellt die Friedenspolitik und -Arbeit des Heiligen Stuhls in der modernen Zeit heraus.

Die Gefallssüchtige und der Spiegel

Die Gefallssüchtige und der Spiegel

Jean-Pierre Claris de Florian

Ein hübsches Mädchen war sehr eitel und voller Stolz auf seine Schönheit. Wenn es morgens erwachte, ging sein erster Griff zu seinem Spiegel, den es dann in seiner Hand bewegte, um sich von allen Seiten bewundern zu können. Der Spiegel wurde ihr zum treuesten Freund. Ihm teilte sie all ihre Gedanken, Träume und Erlebnisse mit. Eines Tages kam eine Biene angeflogen und umschwirrte die schöne Maid. Die fühlte sich in ihren Selbstbetrachtungen gestört und versuchte, die Biene zu verjagen. Immer wieder schlug sie nach ihr, doch es blieb vergebens. Die Biene wurde angriffslustig und stach die Schöne in ihre Lippe. Vergeblich rief sie um Hilfe, auch der Spiegel konnte ihr nur anzeigen, dass ihre Lippe anschwoll. Vom Schmerz geplagt, schlug sie wieder nach der Biene und wollte sie töten.

Da rief die Biene ihr zu: „Ich war im Irrtum. Der Dame Mund ist gar zu schön. Ich konnte nicht anders und hielt ihn für eine Rose.“

Diese Worte gefielen dem Mädchen. Es bedachte sich kurz und sagte dann zu seinem Spiegel: „Die Wunde, die mir zugefügt wurde, ist nicht so bedeutend und schmerzt kaum mehr. Auch hat sich die Biene ja bei mir entschuldigt. Also will ich ihr ihren Irrtum großzügig verzeihen.“

Fazit: Wer zu schmeicheln versteht und Weihrauch streut, dem geht
vor allem bei eitlen Menschen vieles durch.

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Nacherzählt von Florian Russi

Vorschaubild : Georg Pressler, Public domain, via Wikimedia Commons

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