Deutschland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Deutschland-Lese
Unser Leseangebot

André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Der Hirsch, der sich im Wasser spiegelt

Der Hirsch, der sich im Wasser spiegelt

Jean de La Fontaine

Ein Hirsch stand am Ufer eines Bachs und bewunderte in dem Wasser sein Spiegelbild. „Ich will mich ja nicht zu sehr loben", sagte er zu sich selbst, „aber in der ganzen Gegend gibt es keinen zweiten Hirsch, der es an Schönheit mit mir aufnehmen könnte.“ „Keiner hat so ein prächtiges Geweih wie ich. Das meine ist wohl geformt, kräftig und beeindruckend. In edler Statur ragt es gegen den Himmel und flößt jedem, der es sieht, höchsten Respekt ein.“

Nachdem der Hirsch seinen Kopf ausgiebig betrachtet hatte, schaute er zu seinen Füßen und sagte: „Warum sind sie so klein und zierlich? Sie passen ja überhaupt nicht zu meiner stolzen Figur und schon gar nicht zu meinem prachtvollen Geweih“. Während er noch über seine schmalen Füße klagte, hörte er plötzlich das Jagdgebell von Hunden. Da ergriff er sofort die Flucht und lief in höchster Eile in die Mitte eines nahen Waldes, um sich dort zu verstecken. Immer tiefer drang er dort ein, doch schließlich verhedderte er sich mit seinem Geweih in den Zweigen einiger Büsche und Bäume. So sehr er sich auch bemühte, es gelang ihm nicht, sich daraus zu befreien. Da wurde ihm plötzlich bewusst, dass ihm im Augenblick der Gefahr seine kleinen Füße schnell davongetragen hatten, dass von ihm so gelobte Geweih ihn aber behinderte und der Hundemeute preisgab.

Fazit: Schönheit ist gut, aber nicht immer nützlich.

*******

nacherzählt von Florian Russi

Bild: Hirsch via pixabay.com,gemeinfrei

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Der kranke Löwe und der Fuchs
von Jean de La Fontaine
MEHR
Der Wolf und der Hund
von Jean de La Fontaine
MEHR
Die Ärzte
von Jean de La Fontaine
MEHR
Die Kutsche und die Fliege
von Jean de La Fontaine
MEHR
Anzeige
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen