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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Zwei 14-Jährige

Zwei 14-Jährige

Florian Russi

Ein 14-jähriger Junge verliebte sich über beide Ohren in eine Schulkameradin. Sie ging auf sein Werben ein und so trafen sie sich, wann immer es möglich war und turtelten miteinander. Er wollte unbedingt mit ihr schlafen. Doch sie hielt ihn zurück. „Wenn meine Eltern dahinter kommen, werden sie dich sofort anzeigen. Von meiner älteren Schwester weiß ich, dass man erst mit 14 Jahren frei über seine sexuellen Wünsche entscheiden kann. Ich bin aber erst 13. Wenn du etwas mit mir anstellst, machst du dich strafbar. Warte also, bis auch ich 14 bin. In 14 Tagen habe ich Geburtstag. Dazu werde ich dich einladen und anschließend können wir sofort Sex miteinander haben.“

Die 14 Tage zogen sich lange hin. „Ich kann es kaum noch aushalten“, sagte er zu ihr. Gemeinsam überlegten sie, wo sie die geeignete Stelle für ihr erstes Schäferstündchen finden könnten. „Es in meinem Zimmer zu tun, würden meine Eltern nie erlauben“, sagte das Mädchen. „Meine Mutter hat ein kleines Auto, an dessen Schlüssel ich herankomme. Aber in dem Wagen ist es mir zu eng.“

Er schlug vor, sich in einem nahen Wald einen geeigneten Ort zu suchen, doch sie wehrte ab. „Da weiß man nie, wer dort auftaucht. Davor habe ich viel zu viel Angst.“ Schließlich fiel ihr ein, dass ihr Nachbar nicht weit von ihrem Elternhaus einen Schrebergarten besaß, der reichlich mit Büschen bewachsen war. „Er hält sich nur selten dort auf. Da können wir es uns ungesehen bequem machen. Ich freue mich darauf.“

Der Junge suchte nach dem Schrebergarten, stieg über den Zaun und fand eine geeignete Stelle. Hoch erfreut besorgte er mehrere Decken und Tücher und breitete sie unter den Büschen aus. Dann kam der Geburtstag. Das Mädchen hatte mehrere Schulkameraden eingeladen, doch eine rechte Stimmung kam nicht auf. Der Junge verabschiedete sich schon bald, weil angeblich seine Großmutter auf ihn wartete. Auch die übrige Gesellschaft trennte sich wenig später. Das Mädchen aber lief schnurstracks zum vereinbarten Treffpunkt, wo der Junge schon ungeduldig wartete. Das Wetter war angenehm. Schnell zogen sich die beiden aus.

„Was fällt euch denn ein?“, hörten sie da die laute Stimme des Nachbarn. „Macht, dass ihr schnell davon kommt, egal wie. Unerhört… so etwas…“

Fazit: Nicht nur das Alter, auch die Umstände müssen stimmen.

 

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Vorschaubild: paar-tanzen-silhouette-tänzer-mann-5558884/, Urheber: Gordon Johnson auf Pixabay;neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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