Deutschland-Lese

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Gemeinsam mit dem neugierigen Kater Nepomuk beginnt eine spannende Reise durch verschiedene Jahrhunderte in der Stadt Weimar, auf welcher nicht nur der Kater, sonder auch der Leser alle bekannten Persönlichkeiten näher kennen lernt. Lucas Cranach, Johann Sebastian Bach, Johann Karl August Musäus, Anna Amalia, Wieland, Goethe, Herder Schiller und viele mehr. Natürlich hat Nepomuk, wie es sich für eine Katze geziemt, sieben Leben. Wie sonst könnte er sie wohl alle gekannt haben.

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Zeus, Lisa und Kakia

Zeus, Lisa und Kakia

Florian Russi

„Ich bin zwar mit Hera verheiratet, doch schließlich bin ich auch nur ein Gott und habe meine Gefühle und Bedürfnisse", sagte Zeus zu sich selbst und besuchte die junge Menschin Lisa, um sich mit ihr im Bett zu vergnügen. Lisa fühlte sich geehrt, dass sie den obersten Gott in ihren Bann gezogen hatte. Sie liebte ihn und fand, dass das, was er mit ihr trieb auch über das hinausging, was sie zuvor mit Menschen erlebt hatte. Sie war sich dessen bewusst, dass ihr Verhältnis mit Zeus nicht von ewiger Dauer sein würde, geschweige denn in einer Ehe enden könnte. Doch es war ihr Wunsch, dass ihre Beziehung etwas Bleibendes schaffen sollte. Ein Kind wünschte sie sich nicht. Ein Halbgott wäre sterblich gewesen und hätte bei seiner Erziehung nur Probleme gemacht. Deshalb überlegte sie sich ein anderes Anliegen.

„Du bist so mächtig und wir Menschen so böse und schlecht“, sagte sie zu ihrem Liebhaber. „Sorge dafür, dass wir Menschen untereinander Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit erhalten. Ich wünsche mir, dass es allen Menschen gut geht.“

„Ich werde mit den anderen Göttern über deinen Wunsch reden“, antwortete der verliebte Zeus. „Zwar verfüge ich über sehr viel Macht, doch bin ich nicht der einzige Gott. Gerne aber will ich versuchen, meine Kollegen und Kolleginnen von deinem Anliegen zu überzeugen.“

Wenig später war Zeus wieder bei Lisa zu Gast.

„Na, hattest du Erfolg?“, fragte sie ihn.

„Alle habe ich für deinen Vorschlag gewinnen können“, antwortete Zeus, „nur eine nicht, Kakia, die Göttin des Bösen und der Verderbnis. Ihr Menschen müsst euch deshalb darauf einstellen, dass es auch weiterhin nebeneinander Gut und Böse gibt. Ihr seid vernunftbegabt, könnt euch also immer wieder für das Gute entscheiden. Dann entfällt das Böse sowieso.“

Fazit: Um das Gute zu erkämpfen, brauchen die Menschen nicht den Beistand der Götter.

Oder: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.“ (Erich Kästner)

Oder: Kakia ist keine allmächtige Göttin. Die Menschen können sie ohne viel Aufwand in ihre Schranken verweisen.

Oder: Es wird immer Gut und Böse geben. Es liegt an den Menschen, auf welche Seite sie sich stellen.

 

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Vorschaubild: vectors/zeus-hera-inthronisiert-könig-37544/, Urheber: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay;neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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