In einer Gesprächsrunde unterhielten sich einige Beamte über bevorstehende Wahlen. „Ich warne davor, die Partei „Bürgerinteressen“ zu wählen“, sagte einer der Teilnehmer. „Deren Spitzenkandidat, der unser neuer Ministerpräsident werden könnte, hat den Bürokratieabbau zum zentralen Wahlkampfthema gemacht. Das versprechen vor Wahlen zwar alle Politiker, dem aber traue ich durchaus zu, dass er es umsetzen wird. Das heißt, uns wird vieles von unserem Einfluss genommen und langfristig sind auch unsere Beschäftigungen in Gefahr!“
„Das sehe ich ganz anders“, entgegnete ein weiterer Teilnehmer der Runde. „Wir klagen ständig über Arbeitsüberlastungen. Weniger Bürokratie aber bedeutet weniger Arbeit für uns. Wenn sie auf das Notwendige beschränkt wird, bedeutet das zufriedenere Bürger, Antragsteller und Investoren sowie weniger Stress und Druck für uns.“
Fazit: Ordnung muss sein, aber sie ist kein Selbstzweck.
Oder: Entlastungen erleichtern auch die Arbeit der Bürokraten.
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