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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

<p "="">Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Vergebung

Florian Russi

Ein Erzieher war angezeigt worden, einige der ihm anvertrauten Jugendlichen missbraucht zu haben. Da klopfte er sich an die Brust und machte sich auf den Weg, um sich bei seinen Opfern zu entschuldigen.

So kam er auch zu dem, den seine Mitschüler immer den „Schönen“ genannt hatten und an dem er sich vergangen hatte, als dieser 13 Jahre alt war. Er traf ihn an, als der Schöne gerade im Garten saß und sagte zu ihm: „Es tut mir sehr leid, was ich dir angetan habe und ich bitte dich, mir zu vergeben.“

„Ja, dazu bin ich bereit, sagte daraufhin der „Schöne“ und der Erzieher atmete erleichtert auf. Der Schöne aber packte ihn am Kragen, warf ihn zu Boden, kniete auf ihm nieder und drosch auf ihn ein.

„Du hast doch versprochen, mir zu vergeben“, schrie da der Erzieher auf.

„Selbstverständlich vergebe ich dir“, antworte da der Schöne und schlug dem Erzieher ins Gesicht. „Wie du fühlen kannst, bin ich gerade dabei.“

Fazit: Vergebung kann sehr edel sein, aber sie ist abhängig von dem, der vergibt.

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