Ein Schlauchboot mit Flüchtlingen geriet in einen wilden Sturm. Im letzten Augenblick konnten die Insassen von einem Küstenwachschiff gerettet werden. Wenig später stieß das Schiff auf ein weiteres Schlauchboot. Auch dieses drohte, im Sturm unterzugehen. Einige seiner Insassen waren schon ins Wasser geschleudert worden und konnten nur mit hohem Einsatz aus den Fluten gezogen werden.
Das Küstenschiff war nicht sehr groß, und so drängten sich die Geretteten ganz eng nebeneinander. Das stiftete Verwirrung. Viele an Bord gerieten in Panik, rangen nach Luft, pinkelten und koteten in ihre Kleider. Zudem litten viele an Durst und Hunger.
Der Kapitän des Küstenschiffes steuerte den nächsten Hafen an, doch er bekam keine Landeerlaubnis. In der Hafenstadt war man nicht bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. So musste das Schiff weiterfahren und das Chaos nahm zu. Da sagte der Anführer der Insassen des ersten Schlauchbootes zum Kapitän: „Hätte es nicht gelangt, wenn du nur uns gerettet hättest?“
Der Kapitän erwiderte: „Als Küstenschiff haben wir die klare Aufgabe, die Küsten unseres Landes zu überwachen. Dass wir euch aufgelesen haben, gehörte nicht zu unseren Aufgaben. Wir haben es getan, weil wir dem Prinzip der Menschlichkeit und Solidarität gefolgt sind. Dieses Prinzip aber gilt für alle Menschen.“
Fazit : Über allem anderen steht die Menschlichkeit (Konfuzius)