Im Seminar an einem Institut für Astronomie einer Universität diskutierten die Teilnehmer eifrig über neueste Erkenntnisse in der Weltraumforschung. Dabei erklärte ein Student: „Es ist für mich erschreckend, wie klein und unwichtig die Erde und die Menschen im Weltall sind. Das All dehnt sich immer mehr aus und ist von einer gigantischen Kraft, und irgendwo am Rand leben wir, fühlen uns wichtig, aber sind winzig, schwach und ohne jeden Einfluss auf den Orkus. Wir sind ein „Homo parvus“, nämlich klein und bedeutungslos.“
„So sehe ich das auch“, stimmte ein anderer Teilnehmer zu. „Der Philosoph Schopenhauer hat festgestellt: „Ein kleiner Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren auf der Welt keinen neuen schaffen. Wir Menschen sind ohnmächtig und einem unbekannten Schicksal ausgeliefert.“
„Da widerspreche ich euch nicht“, erwiderte der Professor, der das Seminar leitete. „Unsere Schaffenskraft ist sehr beschränkt. Unser Verstand, unsere Erkenntnismöglichkeiten und unsere Vorstellungskraft aber sind in der Lage, all die Vorgänge im All zu erforschen, zu verstehen und zu erfassen. Das finde ich genauso faszinierend wie das unendliche Weltall. Um es zu verstehen, sitzen wir hier zusammen. Unsere wichtigste Aufgabe sehe ich darin, verantwortlich mit unseren geistigen Möglichkeiten umzugehen.
Fazit: Der Mensch ist klein und schwach, im Denken und Erkennen aber kann er ein Riese sein.
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