Eine Lehrerin ging durch einen Ort und hörte und sah, wie zwei junge Männer heftig miteinander stritten und sich bedrohten. Da ging sie auf die beiden zu, wartete auf einen Moment, in dem die beiden Luft holten, lächelte sie freundlich an und sagte: „He, ihr beiden könnt mir doch sicher sagen, wie ich am schnellsten und sichersten zum Rathaus komme.“ Der eine der beiden schluckte kurz, dann begann er, der Frau den Weg zu erklären. Der andere hörte zu und ergänzte, dass sie auf dem Platz vor dem Rathaus besonders Acht geben müsse, weil dort Autoverkehr möglich sei und es viele rücksichtslose Fahrer gebe. Da bedankte sich die Lehrerin bei den beiden, wünschte ihnen Glück und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. Die beiden aber schauten sich an, der eine bewegte seinen Arm nach unten, der andere meinte: „So, das soll es dann gewesen sein.“ Sie gingen auseinander, ohne sich nochmal zu bedrohen.
Fazit: „Wenn wir in unserem Leben etwas unterschätzen, so ist es die Wirkung von Freundlichkeit.“ (Mark Aurel (121-180, Römischer Kaiser)
Oder: „Kein Akt der Freundlichkeit, wie klein auch immer, ist vergebens.“
(Äsop, 6. Jahrhundert v. Chr., Griechischer Dichter)
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