Ein Abteilungsleiter einer großen Firma ging in Pension und wurde von seinen Kollegen feierlich verabschiedet. Das zuständige Vorstandsmitglied hielt eine Lobrede auf ihn und betonte mehrmals, dass er die Idee des als ‚4-Länder-Geschäfts‘ bezeichneten Projekts entwickelt habe, von dem die Firma bis heute einen gewaltigen Profit ziehe.
Die Stelle des Abteilungsleiters wurde neu ausgeschrieben und dessen bisherige Stellvertreterin bewarb sich und sprach beim Vorstand vor. Sie lobte sich in der üblichen Weise und erklärte dann: „Ich möchte auch darauf hinweisen, dass der Plan für das „4-Länder-Geschäft“ von mir entwickelt worden ist. Da der Abteilungsleiter mein Vorgesetzter war, habe ich ihm als loyale Mitarbeiterin die Anerkennung dafür überlassen. In aller Bescheidenheit darf ich allerdings betonen, dass ich es war, die als Erste auf die Idee kam.“
Der Vorstand sagte ihr zu, sie als Nachfolgerin zu bestellen. Doch ehe es dazu kam, verunglückte die Bewerberin bei einem Verkehrsunfall tödlich. Wieder musste die Stelle neu ausgeschrieben werden. Diesmal bewarben sich zwei Mitarbeiter aus ihrem Arbeitsteam. Beide sprachen beim Vorstand vor und unabhängig voneinander erklärten sie: „Eigentlich war ich’s ja, der die Idee von dem ‚4-Länder-Geschäft‘ entwickelt hat.“
Fazit: Der Erfolg hat viele Väter. Ideen aber haben keine DNA.
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