Ein Gutsbesitzer hatte auf einem seiner Felder Mais angepflanzt. Er liebte zwar die Natur und alles, was sich darin bewegte, ärgerte sich aber sehr darüber, dass in großer Zahl Stare über das Feld herfielen. Deshalb sagte er eines Tages: „Ihr Vögel seid mir zwar lieb, aber den Mais habe ich nicht für euch gepflanzt, sondern für mich, meine Familie und als Futter für meine Schweine.“ Um die Vögel abzuschrecken, ließ er auf dem Feld eine mannsgroße Vogelscheuche aufstellen. Die zeigte schon bald die von ihm gewünschte Wirkung. Wenn die scheuen Vögel sie sahen, flogen sie erschrocken davon. Der Gutsbesitzer war hoch zufrieden.
Eines Tages bekam er Besuch von seinen Enkeln. Stolz zeigte er ihnen sein gepflegtes Anwesen und die darauf üppig wachsenden Pflanzen. Die Kinder waren sehr beeindruckt. Sie stöberten durchs Gelände und schauten sich in den Ställen um. Als es Abend wurde, begannen sie, Versteck zu spielen. Eine Enkelin wollte sich in dem Maisfeld verstecken, als sie plötzlich im Halbdunkel die Vogelscheuche wie einen schwarzen Mann vor sich sah.
Die Kleine erschrak und sprang in Panik zur Seite, um vor dem Unbekannten zu fliehen. Dabei verlor sie das Gleichgewicht, rutschte aus und brach sich ein Bein. Erst nach langem Rufen wurde sie von den anderen Kindern gefunden.
Fazit: Wer etwas tut, muss bedenken, dass dies auch ungewollte Wirkungen auslösen kann.
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Vorschaubild: vectors/vogelscheuche-bauernhof-silhouette-5126665/, Urheber: Gordon Johnson auf Pixabay;neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.