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Das Kräuterweib vom Hexenberg

Heil- und Gewürzpflanzen

Viola Odorata

Broschüre zur Bedeutung und Anwendung von Heil- und Gewürzpflanzen

Die verletzte Amsel

Die verletzte Amsel

Florian Russi

Ein Mann kam in seinen Garten und sah, wie eine Elster wild auf eine Amsel einhackte. Empört verjagte er die Elster und wandte sich der Amsel zu. Sie schien kein Glied gebrochen zu haben, doch große Blutflecken zeugten von schweren Verletzungen. Der Mann beugte sich über das Tierchen und sprach beruhigend auf es ein. Es zeigte kein Fluchtverhalten, wohl auch deshalb, weil ihm jede Kraft dazu fehlte. „Heilen kann ich dich nicht“, sagte der Mann, aber ich werde dich beschützen.“

Er nannte sie „Angelika“, d. h. Engelchen. Dann stellte er vor den Vogel ein Schälchen mit frischem Wasser und eines mit Haferflocken. Anschließend nahm er mehrere Gartenstühle und stellte sie um die verletzte Amsel auf. Schließlich besorgte er sich bei seinen Nachbarn noch ein großes Netz, warf es über die Stühle und sicherte seine Enden mit schweren Steinen. „Mehr kann ich leider nicht für dich tun“, sagte er dann und ging zurück in sein Haus, denn es war Abend geworden.

In der Frühe des folgenden Tages ging er wieder zu seinem Verschlag und stellte zufrieden fest, dass die Amsel noch lebte. Zwei Tage wartete er ab, und als die Amsel immer noch Lebenszeichen zeigte, öffnete er vorsichtig das Gestell, das er um sie errichtet hatte. Die Amsel hüpfte hervor und suchte Schutz unter einem nahen Fliederstrauch. Auch dorthin stellte der Mann ihr die Schälchen zum Trinken und Fressen. Als er wenige Stunden später wieder nach ihr schauen wollte, war Angelika nicht mehr zu finden.

Einige Tage später saß der Mann in seinem Garten und schaute zum Himmel. Da flogen eine schwarze und eine graugefiederte Amsel vorbei. Als sie in seine Nähe kamen, gab die graugefiederte mehrere Laute von sich. Zur gleichen Zeit kam auch ein Spätzchen angeflogen, setzte sich in die Nähe des Mannes auf eine Gartenstuhllehne und sagte: „Hast du verstanden, was dir die Amsel zugerufen hat? Sie hat sich bei dir bedankt, dass du ihr das Leben gerettet hast. Gleichzeitig hat sie aber auch gesagt, dass sie sich nicht mehr in deinen Garten traut. Dort mache sich viel zu oft eine bösartige Elster breit.“

Fazit: Auch Tiere können sich mitteilen. Wir Menschen müssen nur noch viel lernen, um sie besser zu verstehen.

Oder: Vielleicht hilft die Künstliche Intelligenz Mensch und Tier zur besseren Verständigung.

Oder: Lebewesen sollten nicht nur miteinander reden, sondern auch friedlich miteinander umgehen.

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