In einem Hochgebirgstal befanden sich nebeneinander zwei Siedlungen. Deren Bewohner waren sich spinnefeind, gingen sich meist aus dem Wege, und wenn sie trotzdem aufeinandertrafen, beschimpften und bescholten sie sich gegenseitig. Eines Tages kam in dem etwas oberhalb gelegenen Dorf ein Mann an die Macht, der überall verkündete, dass in dem Tal zwei unterschiedliche Rassen lebten. Diejenige, die sich in seinem Dorf niedergelassen habe, sei selbstverständlich der anderen haushoch überlegen.
Viele in seiner Gemeinschaft glaubten ihm, weil sie ihm glauben wollten. Entsprechend war ihr Verhalten. Wenn immer sie Bewohner aus dem Nachbarort sahen, reckten sie ihre Köpfe in die Höhe, und wenn sie auf einige von ihnen trafen, demütigten sie diese oder lästerten über sie.
So ging es längere Zeit. Doch dann trat im Nachbarort ein Demagoge auf, der allen zurief: „Wählt mich zu eurem Oberhaupt, dann werde ich dafür sorgen, dass die Herabsetzungen sofort aufhören.“ Man wählte ihn tatsächlich zum Bürgermeister, worauf er eine Horde von jungen Männern um sich scharte, sie alle bewaffnete und eines Nachts ins Nachbardorf einfiel und deren Bewohner ausrottete. „Das war’s mit deren Überheblichkeit“, sagte er dann. „Die überlebende Rasse ist auch die überlegene. Es gibt niemanden mehr, der das in Zweifel ziehen könnte.“
Fazit: Rassismus ist ein Dünkel und hält keiner rechtlichen Prüfung stand.
Oder: Im Zweiten Weltkrieg hat die sogenannte Nordische Rasse – so sagte es auch Adolf Hitler kurz vor seinem Selbstmord – schmählich versagt. Die heutigen Neonazis bekennen sich also dazu, einer minderwertigen Rasse anzugehören.
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