In einer Savanne versammelte sich ein Rudel von Löwen und plante eine gemeinsame Jagd auf Antilopen. „Eigentlich müssten sich die Antilopen uns bereitwillig unterwerfen“, erklärte der Anführer der Löwen. „Die Natur will es doch so. Sie fressen Gras, wir ihr Fleisch. Sie können nur vor uns weglaufen, wir sie einfangen und niederstrecken. Sie sind schwach, wir sind stark. Wir sind die überlegene Rasse.“
„So ist es“, stimmten alle zu. Dann brachen sie zur Jagd auf, brachten mehrere Antilopen zur Strecke und fraßen sich an ihnen satt, bis ihre Bäuche zu platzen drohten. Anschließend legten sie sich im Schatten eines Baumes nieder und fielen in tiefen Schlaf.
Das sah eine Gruppe von Hyänen. Sie sagten sich: „Was sind die Löwen doch für eine arrogante Rasse. Sie bilden sich so viel ein auf ihre Kraft. Nun liegen sie da und können sich kaum regen.“ Sofort fielen sie über das Rudel Löwen her, bissen ihnen in die Kehlen und töteten sie. Da sie auch Aasfresser waren, konnten sie sich lange an deren leblosen Körpern gütlich tun. „Wenn ich mir es so recht überlege“, sagte die Anführerin der Hyänen, „sind wir in der Savanne die überlegene Rasse.“
Fazit: Kein Wesen auf der Welt hat mehr als sein Leben.
Oder: Manche Lebewesen unterscheiden sich von anderen allein durch ihre Überheblichkeit und Bosheit.
Oder: Woran misst man Überlegenheit?