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Die Steinzeitmenschen

Die Steinzeitmenschen

Florian Russi

Während der Steinzeit saßen zwölf Menschen in einer Runde um ihren Stammesältesten. Sie warteten auf die Rückkehr von sechs Stammesbrüdern, jungen Männern, die zu ihrer Sippe gehörten und auf der Jagd waren. Alle blickten gespannt auf den Stammesältesten. Der saß mit steinernem Gesichtsausdruck vor ihnen. Da nahmen auch sie alle diesen Gesichtsausdruck an, stierten vor sich hin und schwiegen.

Schließlich ließ der Stammesälteste ein lautes „Ba ba“ vernehmen. Das bedeutete, dass einige aus der Sippe auf die Jagd gegangen waren. „Ua ua“, antworteten die zwölf Mitglieder der Gruppe. Das hieß: „Wir warten auf sie“. Nach einiger Zeit verzog der Stammesälteste sein Gesicht. Er war offenbar besorgt darüber, dass die Jäger noch immer nicht zurückgekehrt waren. Alle in der Gruppe verzogen nun ebenfalls das Gesicht und schauten besorgt vor sich.

Schließlich sagte der Älteste laut: „Huschka, Huschka“. Das bedeutete, dass es nun höchste Zeit für die Rückkehr der Jäger sei. „Ha Ha, No No“, antwortete die Gruppe und das hieß: „Du hast recht, es stimmt, was du sagst.“

Nach einer weiteren Wartezeit tauchten die sechs Jäger am Horizont auf. Auf ihren Schultern trugen sie Stangen und daran aufgehängt die Körper von zwei Antilopen, die sie erlegt hatten. Da plötzlich war im Gesicht des Stammesältesten ein zufriedenes Grinsen zu erkennen. Die 12 anderen sahen es und begannen nun ebenfalls zu grinsen.

Als die Jagdgesellschaft bei ihnen eintraf, erhob sich der Älteste und sagte: „Lo Lo Uko“, was „da seid ihr ja endlich“ bedeutete. „Ham Ham“ riefen darauf die anderen und erhoben sich ebenfalls. Was sie riefen, bedeutete: „Nun haben wir endlich etwas zu essen“. Alle umarmten sich. Die Männer zerteilten die Antilopen und zündeten Feuer an. Die Frauen bereiteten das Essen zu.

Nachdem sie ausgiebig gegessen hatten, legten sie sich zur Ruhe und durchschliefen die Nacht. Am Morgen wachte der Stammesälteste als erster auf. Er erhob sich, trommelte wild mit beiden Fäusten auf seine Brust und rief: „Hu Hu“. Das bedeutete: „Wir sind die Größten“. Sofort riss es die anderen aus ihrem Schlaf. Sie sprangen auf, schlugen ebenfalls auf ihre Brüste und skandierten „Hu Hu, Hu Hu“. Dann rotteten sie sich zusammen und brachen auf, um ihren Nachbarstamm zu überraschen und über ihn herzufallen. Dort aber war man auf den Angriff vorbereitet. Der Anführer des Nachbarstamms rief „Ta Ta“ und das bedeutete: „Da kommen sie“. Die Männer seines Stammes hatten sich mit Steinen bewaffnet. Die schleuderten sie auf die Angreifer und rotteten sie aus.

Fazit: Weder in der Ausdrucksweise noch im Verhalten sollten wir uns die Steinzeitmenschen zum Vorbild nehmen.

 

*****

Vorschaubild: Idealbild aus der Steinzeit - Höhlenbewohner (Darnaut), 1855, Urheber: Hugo Darnaut via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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