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Jürgen Klose
Kennst du Friedrich Schiller?

Ein kreativer Querkopf mit allerlei Flausen scheint Schiller wohl gewesen zu sein, wenn man ihn mal ganz ohne Pathos betrachtet.

Die Nichte des Papstes Teil 21

Die Nichte des Papstes Teil 21

Florian Russi

Mit der Bibel in der Hand ging die Nichte des Papstes zu ihrem Onkel und sagte: „Ich lese gerade im fünften Buch des Moses, die Geschichte, wie das von Gott auserwählte Volk Israel das ihnen von ihm versprochene Land Kanaan besiedelt hat. Kanaan war nicht unbewohnt. Sieben Völker lebten dort. Die Juden haben – vom göttlichem Zuspruch angeleitet, das Land erobert und die ansässigen Völker vernichtet. Die stark befestigte Stadt Jericho haben sie durch den Verrat einer Nutte in ihre Gewalt gebracht und alle Bewohner, auch die Frauen und Kinder, grausam umgebracht. Im Buch Deuteronomium heißt es: „Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele Völker aus dem Weg räumt. Wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du an ihnen den Bann vollziehen.“

Sah so der Heilsplan Gottes aus? Das Christentum gründet doch auch auf den Geschichten des Alten Testaments. Darin ist aber wenig von Nächstenliebe, Frieden, Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit zu lesen.“

„Das Alte Testament ist eine Sammlung von Freveln, Vergehen, Fehlleistungen, Unverständnissen und Wunschvorstellungen. Es ist ein Menschenwerk. Unsere Kirche gründet auf Jesus Christus, dem Gottessohn. Er hat die Nächstenliebe als wichtigstes göttliches Gebot an die Menschen bezeichnet. Er hat für uns den Tod erlitten und besiegt. Seine Auferstehung, an die wir glauben, gibt uns die Hoffnung, die wir zum Leben brauchen. Das allein ist für mich entscheidend“, erwiderte der Papst.

„Umso mehr müssen wir unser menschliches Verhalten am Gebot der Nächstenliebe messen“, entgegnete die Nichte. „Dabei müsste die Kirche klar vorangehen und all diejenigen verurteilen, die gegen dieses Gebot verstoßen. Dazu gehört für mich vor allem Ehrlichkeit. Nichts, was gegen das Liebesgebot verstößt oder verstoßen hat, darf weiterhin bemäntelt oder beschönigt werden.“

Fazit: Alle Menschen sind in der Lage, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Oder: Verbrechen müssen als solche benannt werden.

 

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Vorschaubild: vectors/bibel-komische-charaktere-moses-alt-2029378/, Urheber: OpenClipart-Vectors auf Pixabay;neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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