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Friedrich W. Kantzenbach

Erfundenes Glück

Der Autor beschäftigt sich auf lyrischem Weg mit den essentiellen Dingen des Lebens. Er reflektiert seine reichen literarischen Begegnungen und verarbeitet Reiseerlebnisse und persönliche Bekanntschaften mit Menschen, die ihn beeindruckten. Zunehmend durchdringen die Themen Krankheit, Tod und Vergänglichkeit seine Texte.

 

Die Nichte des Papstes Teil 20

Die Nichte des Papstes Teil 20

Florian Russi

„Du willst immer von mir wissen, was mich an der Kirche stört“, sagte die Nichte zu ihrem Onkel, dem Papst. „Nun, du wirst als Oberhirte der Gläubigen bezeichnet und die Bischöfe sprechen von ihrem „Hirtenamt“. Soll das bedeuten, dass die Gläubigen alle Schafe sind?“

„Jesus hat oft in Gleichnissen gesprochen und gesagt: „Ich bin der gute Hirt und gebe mein Leben für meine Schafe“. Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass er aus Menschenliebe handelt und bereit wäre, dafür auch sein Leben zu opfern. Petrus hat er zu seinem Nachfolger bestimmt und ihm gesagt: „Weide meine Schafe“. Das war bildhaft gemeint“, antwortete der Papst.

„Wenn du erlaubst, werde ich mich trotzdem an diesem Bild stören“, erwiderte die Nichte. „Es passt nicht mehr in die heutige Zeit. Ich weigere mich, zu blöken und werde auch in Zukunft kritische Fragen stellen.“

Fazit: Für denkende Menschen kann Kritik keine Sünde sein.

Oder: Spätestens vor der Schlachtbank will niemand gerne ein Schaf sein.

 

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Vorschaubild: vectors/tiere-scheune-bauernhof-die-schafe-47482/, Urheber: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

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