„Wenn du mir keine Antwort geben kannst, wer dann?“, sagte die Nichte zu ihrem Onkel, dem Papst. „Zur Zeit lese ich viel über die Menschheitsgeschichte. Daher stoße ich immer wieder auf die Neandertaler. Viele tausend Jahre lebten sie zeitgleich wie die heutigen Menschen auf der Welt. Sie waren ihnen ähnlich, glichen sich äußerlich und zeugten Kinder miteinander. Die heutige Forschung hat ergeben, dass alle Menschen Neandertaler-Gene in sich tragen. Sie gehören also zu unseren Vorfahren. In der Bibel aber ist nirgendwo von ihnen die Rede. Waren die Neandertaler keine Geschöpfe Gottes? Hatte er sie nicht genauso lieb wie die Gattung „Homo sapiens“? Hatten die Neandertaler keine Seele?“
„Damit bin ich leider überfragt“, gestand der Papst. „Die Bibel hat nur den Menschen zum Thema. Sie ist auch nur von Menschen geschrieben worden. Doch ich vertraue auf Gott. Er wird auch den Neandertalern einen Platz in seinem Himmelreich vorbehalten haben.“
„Das wäre schön“, antwortete die Nichte, „und, wenn ich einen Wunsch an ihn äußern dürfte: einen Platz für alle Lebewesen.“
Fazit: Ein großer Teil des Glaubens ist bestimmt durch die Hoffnung.
Oder: Wer lebt und liebt, sorgt auch für seine Geschöpfe, die Kinder.