„Im Religionsunterricht habe ich doch gelernt, dass Gott allwissend sei“, sagte die Nichte zu ihrem Onkel, dem Papst. „Jesus war doch Gottes Sohn. Wieso konnte er zu seinen Jüngern sagen: ‚Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz schal wird, womit kann man dann salzen?‘ Salz aber, das weiß ich aus dem Chemieunterricht, kann gar nicht schal werden. Es ist und bleibt Salz.“
„Du kannst davon ausgehen, dass auch Jesus das wusste“, antwortete der Papst. „Umso schlimmer ist seine Aussage. Was ist, wenn das Salz, das wir alle zu unserem Leben brauchen, seine Kraft und Wirksamkeit verliert? Was ist mit uns Menschen, wenn wir die Menschlichkeit verlieren, was mit unserem Rechtsleben, wenn wir die Gerechtigkeit missachten, was mit unserer Selbstbestimmung, wenn wir die Freiheit aufgeben, was mit unseren Erkenntnissen, wenn wir unsere Vernunft nicht gebrauchen. Eindringlicher kann das Gleichnis vom schalen Salz doch nicht sein.“
Fazit: Wenn wir das, was wir haben, nicht nutzen, bleibt uns nicht viel.
*****
Vorschaubild: illustrations/salz-glitzer-schrift-schriftzug-1220183/, Urheber: Elias auf Pixabay.