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Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Die bestechlichen Wahlmänner

Die bestechlichen Wahlmänner

Florian Russi

Zehn Männer waren aufgefordert, einen Präsidenten zu wählen. Es gab zwei Bewerber. Der erste war sich sicher, unter den Wahlmännern vier Unterstützer zu haben. Die sechs anderen rechnete er seinem Gegenkandidaten zu. Da beriet er sich mit reichen Freunden. „Es geht um sehr viel“, sagten sie sich und beschlossen, Unterstützer des Gegenkandidaten mit hohen Summen zu bestechen und auf ihre Seite zu ziehen. Tatsächlich gelang ihnen dies bei zweien der Unterstützer. Es kam zur Wahl. Der Gegenkandidat war voller Zuversicht und wurde tatsächlich mit 6 zu 4 Stimmen zum Sieger erkoren.

„Verrat, Verrat“, fluchten die Freunde des unterlegenen Kandidaten. „Die von uns Bestochenen haben nicht Wort gehalten.“

Doch daran hatte es nicht gelegen. Vielmehr hatte die Gegenpartei umgekehrt zwei Anhänger des unterlegenen Kandidaten mit noch höheren Geldsummen auf ihre Seite gezogen. So hatten sie die Stimmenverluste ihres Favoriten wieder ausgeglichen.

Fazit: „Ein Lump hat es schwer, wenn er auf einen ebenso großen Lumpen trifft.“

 

 

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Vorschaubild: Courrupt Legislation, 1896, Urheber: Artist is Elihu Vedder via Wikimedia Commons  gemeinfrei.

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