Ein Pferdenarr musste verreisen und bat einen Freund, der einen Pferdehof betrieb, dass er seine prächtige Zuchtstute Marielle für einige Wochen bei ihm unterstellen dürfe. Er legte ihm lang und breit dar, welche Gewohnheiten und Bedürfnisse seine Stute hatte, und dass es nicht mehr sehr lange dauern werde, bis sie rossig, also paarungsbereit sein würde. Der Freund war gegen ein geringes Entgelt bereit, die Stute bei sich aufzunehmen und sie zu versorgen.
Als der Pferdenarr von seiner Reise zurückkehrte, fuhr er als erstes zum Pferdehof, um nach seiner Marielle zu sehen. Er fand sie friedlich grasend in einer Koppel. Allerdings war sie nicht allein. In ihrer Nähe stand ein anderes Pferd, das nicht sehr stattlich aussah, sich aber beim näheren Ansehen dennoch als stolzer Hengst zu erkennen gab. Wütend lief der Pferdenarr zu seinem Freund und beschimpfte ihn: „Ich habe dir vertraut und dich darauf hingewiesen, dass Marielle während meiner Abwesenheit rossig sein würde. Wie konntest du dich unterstehen, einen Hengst, und gar noch einen so gewöhnlichen, zu ihr in die Koppel zu lassen?“
„Auch ich habe vertraut“, erwiderte der Freund. „Auf meinen Max kann ich mich voll verlassen. Er ist absolut schwul.“
Fazit: Es gelten nicht immer dieselben Umstände und Regeln.
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