„Unsere Entwicklung findet dialektisch statt“, erklärte ein Dozent in einer Gesprächsrunde. „Einer stellt eine These auf, dagegen bildet sich eine Antithese. Das führt zu einer Synthese, die dann zur neuen These wird, eine Gegenthese hervorruft und einen neuen dialektischen Vorgang zur Folge hat.“
Ein anwesender Student widersprach. „Ich hatte neulich eine Diskussion über die Frage, ob es einen Gott gibt. Hier stehen zwei Thesen gegeneinander, eine Synthese aber ist nicht möglich. Entweder gibt es einen Schöpfer der Welt oder es gibt keinen. Diese, viele Menschen berührende Frage lässt sich mit einer Synthese auch nicht zwischenlösen. Fragen nach Wahrheiten sind nicht dialektisch zu lösen. Es geht um Erkenntnisse und nicht um Thesen. Diskussionen und Debatten sind notwendig, doch die Dialektik, so wie der dialektischer Materialismus, haben der Menschheit keine Fortschritte gebracht.“
Fazit: Thesen sollte man nicht nur mit Antithesen begegnen, sondern sie mit Vernunft und Kritik vielen Prüfungen unterziehen.