Ein Paar hatte geheiratet. Die beiden waren ineinander verliebt bis über die Ohren. Nach einem Jahr enger Zweisamkeit wünschten sie sich, ein Kind zu bekommen. Sie bemühten sich eifrig, doch es wollte nicht klappen. Nach drei erfolglosen Jahren beschlossen sie, sich medizinisch auf ihre Fruchtbarkeit untersuchen zu lassen. Die junge Frau begab sich in eine gynäkologische Klinik und wurde nach allen Regeln der ärztlichen Kunst untersucht. Eines Morgens erschien der zuständige Arzt an ihrem Bett und sagte: „Sie wissen es sicher nicht, aber Sie sind ein Raubtier. In ihrem Eileiter haben wir ein winziges Wesen entdeckt. Es handelt sich dabei um ihren Zwilling. Den haben Sie sich, während Ihre Mutter mit Ihnen beiden schwanger war, kurzerhand einverleibt. Das ist sehr selten der Fall, aber es kommt vor. Nun müssen wir Sie beide trennen. Ihren Kinderwunsch wird dies voraussichtlich erleichtern. Immerhin können Sie jetzt von sich sagen: „Ich bin ein Zwillingskind und hatte mal eine kleine Schwester.“
Fazit: Die Natur gibt viele Regeln vor, hält sich aber selbst nicht immer daran.
Oder: Die Suche nach Geschwistern erweist sich manchmal als sehr schwierig.
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